Papst Benedikt XVI. und der „Ruhm des Olivenbaums”

Wird der neue Pontifex die Zeitschleife von Fatima schließen?

von Grazyna Fosar und Franz Bludorf

Die Wahl des deutschen Kardinals Joseph Ratzinger zum neuen Papst Benedikt XVI. war für viele Menschen eine Überraschung (übrigens nicht für uns) und ist gerade auch in Deutschland sicher nicht unumstritten. Angesichts der Tatsache, daß Ratzinger als ehemaliger Chef der Glaubenskongregation als besonders konservativ gilt, befürchten viele, daß es während seines Pontifikats nicht zu den notwendigen Reformen in der katholischen Kirche kommen könnte, speziell auch im Hinblick auf die Dritte Welt.

Wie sich die Kirchenpolitik des neuen Papstes entwickeln wird, muß man abwarten. Man sollte dabei jedoch eines nicht außer acht lassen: Bevor man sich an Neuerungen macht, sollte erst einmal das bereits Begonnene abgeschlossen werden.

Sein Vorgänger, Papst Johannes Paul II., hatte für sein Pontifikat einen Auftrag gehabt, der durch das „Projekt Fatima“ bereits 1917 genau festgelegt worden war. Er hatte diesen Auftrag 1981 erkannt und sich mit aller Kraft der Umsetzung gewidmet. Die Resultate dieser Bemühungen haben in den letzten 25 Jahren den kommunistischen Machtblock zu Fall gebracht, Europas Landkarte umgestaltet und damit die Weltgeschichte in vollkommen neue Bahnen gelenkt. Die Lebensleistung Johannes Pauls II. wird auch von Kirchenkritikern anerkannt.

Doch am Ende zeigte es sich, daß seine Lebensspanne nicht ausreichte, um das „Projekt Fatima“ abzuschließen. Ein letzter Auftrag, die Aussöhnung mit der Kirche Rußlands, wurde von Johannes Paul II. zwar in die Wege geleitet, aber nicht mehr vollendet. Was lag da für die in Rom versammelten Kardinäle näher, als den Mann zum neuen Papst zu wählen, der für diesen wichtigen Schritt geradezu prädestiniert ist?

Joseph Kardinal Ratzinger war jahrzehntelang einer der engsten Vertrauten von Johannes Paul II. und speziell in das „Projekt Fatima“ in allen Einzelheiten eingeweiht. Immerhin verfaßte er im Auftrag des Papstes im Jahre 2000 eine offizielle Interpretation der drei Geheimnisse von Fatima.

Diese Schrift, aus der wir in unserem neuen Buch „Zeitfalle“ ausführlich zitieren, zeigt übrigens alles andere als „konservatives“ Gedankengut. Joseph Ratzinger ist sicherlich einer der brillantesten Theologen unserer Zeit (was auch seine Gegner anerkennen), und in seiner Fatima-Interpretation äußert er Thesen, die belegen, daß ihm moderne Modellvorstellungen wie ein holographisches Weltbild oder der Mensch als Mitschöpfer seiner Realität durchaus vertraut sind. Noch zu Anfang dieses Jahres ließ Ratzinger die persönlichen Aufzeichnungen von Schwester Lucia dos Santos, der letzten Überlebenden der drei Seherkinder von Fatima, unmittelbar nach deren Tod in die Geheimarchive des Vatikan zur Auswertung abtransportieren. Nur fünf Jahre nach der Offenlegung des berühmten „dritten Geheimnisses von Fatima“ gibt es also nunmehr ein neues, viertes Geheimnis, auf dessen Veröffentlichung die Welt momentan noch warten muß.

Wie wir im Buch „Zeitfalle“ erläutern, ist das „Projekt Fatima“ von Anfang an als eine umfangreiche fraktale Zeitschleife angelegt, die 1917 begann und noch weit bis ins 21. Jahrhundert reichen wird. Das Ende dieses Zyklus läßt sich mit Hilfe des Maya-Kalenders berechnen und liegt ungefähr im Jahr 2026. Doch auch der etwas näher liegende Zeitpunkt des Jahres 2012 dürfte eine wichtige Rolle spielen.

Joseph Ratzinger ließ bereits unmittelbar am Beginn seines Pontifikats erkennen, daß er sich seines Auftrags bewußt ist, das „Projekt Fatima“ als Nachfolger Johannes Pauls II. abzuschließen, und daß er entschlossen ist, diesen Auftrag durchzuführen:

Schon die Wahl seines Papstnamens ist ein Hinweis. Sein Namensvorgänger, Benedikt XV., amtierte genau zur Zeit des ersten Weltkrieges, als auch die Ereignisse von Fatima stattfanden.

  • In seiner ersten Messe als neugewählter Papst verkündete er ein Programm für sein Pontifikat, wobei er die Wiedererlangung der Einheit der christlichen Kirchen als einen Hauptschwerpunkt nannte. Dies schließt natürlich insbesondere auch die orthodoxen Kirchen mit ein.
  • Nach den Prophezeiungen des Malachias (s. „Zeitfalle“) soll das Pontifikat des derzeitigen Papstes unter dem Motto „Gloria Olivae“ („Ruhm des Olivenbaums“)  stehen. Über die Bedeutung dieses Hinweises wurde schon viel gerätselt. Er könnte sich auf Fatima beziehen, da die Seherkinder die Erscheinung angeblich auf einem Olivenbaum gesehen haben.

Es ist klar, daß eine mögliche Aussöhnung zwischen Rom und Moskau kein rein kirchenpolitisches Ereignis wäre, sondern erhebliche Auswirkungen auf den Fortgang der Weltpolitik hätte (siehe hierzu auch "Zeitfalle"). Fraktale Zeitschleifen beziehen sich keineswegs nur auf kirchliche oder religiöse Themen. Es gibt andere Zeitschleifen, von denen eine Reihe amerikanischer Präsidenten oder Angehörige des britischen Königshauses betroffen waren und sind. Das neue fraktale Modell der Zeit erlaubt es, Strukturen in der Weltgeschichte zu erkennen, die bislang verborgen geblieben sind.

Zum Abschluß noch eine persönliche Bemerkung: Seit sich die Ereignisse im Frühjahr 2005 zu überschlagen begannen durch den Tod zweier Hauptakteure des Fatima-Projekts, Schwester Lucia und Papst Johannes Paul II., landete auch unser neues Buch ganz unvermutet in seiner eigenen „Zeitfalle“. Wir wurden schon von vielen unserer Leser gefragt, wann es denn endlich auf den Markt kommen wird. Dazu können wir sagen, daß sich das Buch bereits in der Druckerei befand, als wir zu dem Schluß kamen, daß wir es doch noch mit einigen der jüngsten historischen Ereignisse aktualisieren sollten. Es freut uns, daß dies noch möglich war. Der neue Papst Benedikt XVI. allerdings wird im Buch nach wie vor noch ausschließlich unter seinem bürgerlichen Namen Joseph Ratzinger erwähnt und zitiert, denn exakt an jenem 19. April 2005, als er in Rom zum Papst gewählt wurde, wurde unser Manuskript endgültig gedruckt. Es wurde uns zugesagt, daß es noch bis Ende April 2005 in den Handel kommen soll.

Das Buch zum Thema:

Grazyna Fosar & Franz Bludorf. Zeitfalle. Michaels-Verlag Peiting 2005