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Ein paar Gedanken zur Veröffentlichung des Pentagon-UFO-Reports an den Kongress, 25. 6. 2021

Veröffentlicht am 26.06.2021

 

Haben „die“ uns entdeckt – oder wir „sie“?

Glücklicherweise können wir diese Frage nicht beantworten. Um es uns einfacher zu machen, können wir versuchen, ein paar Sachen zu liquidieren.

  1. Die Zeit hat ihre Bedeutung verloren. Niemals war sie relativer als jetzt.
  2. Der Raum musste in die Opferrolle schlüpfen. Bei allen menschlichen Beobachtungen sind Raum und Zeit untrennbar verknüpft durch die Geschwindigkeit des Lichts, aber auch die ist in diesem Kontext ohne Bedeutung.

Erst im Moment, wenn wir (alle) kapiert haben, dass wir „da“ sind, hat es Sinn, einander zu suchen. Und das hat nichts mit kosmischen Reisen, UFOs etc. zu tun. Für diesen Zweck gibt es optische Teleskope, Radio-, Infrarot- und Röntgenteleskope, „Major Massenspektrometer“, Spektralanalysen und alle anderen „Skope“, die man sich denken kann. Um zu wissen, woraus ein Exoplanet und seine Atmosphäre bestehen, muss man nicht hinfahren.

Die Signatur der irdischen Biosphäre kann im Prinzip in einem Umkreis von einigen hundert Lichtjahren längst bekannt sein. Wenn dort irgendwo jemand wohnt und auch all diese hübschen „Skope“ besitzt (oder vielleicht etwas Besseres), dann muss er uns im Grunde kennen. Allenfalls macht er sich Gedanken, ob „wir“ intelligent sind (aber das sollten wir ja auch tun).

Am besten kann unsere Existenz weit draußen verraten: die hohe Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre, die auf Stoffwechselvorgänge hindeutet. Erkennen unsere kosmischen Nachbarn auch die bei uns vorhandenen Fluorkohlenwasserstoffe, dann wissen sie, dass wir eine technische Zivilisation sind. In diesem Moment stellt sich die Frage, ob wir zu einander kompatibel sind. Und das bezieht sich keinesfalls nur auf die „Luft“, die wir jeweils atmen müssen, sondern auf ganz elementare Bausteine unserer jeweiligen Realität – etwa die Zeittaktung.

Dass auf der Erde Lebewesen existieren, die eine Kultur haben und ihre Umwelt verändern können, davon können schon „die da draußen“ bis in eine Entfernung von 5000 Lichtjahren wissen. Wenn sie etwas näher wohnen, etwa 100 Lichtjahre und weniger, dann konnten sie von uns sogar schon Radiosignale empfangen. Dass bedeutet natürlich nicht, dass sie erfahren, was Angela Merkel heute gesagt hat. Ihnen präsentiert sich die Erde als „living history“, bedingt durch die Entfernungen, die die Radiosignale überbrücken müssen.

Also wählen wir uns einen Punkt im Raum-Zeit-Kontinuum, z. B. unser Jahr 2009, und versuchen uns vorzustellen, was unsere kosmischen Nachbarn damals über uns erfahren haben. Je nachdem, wie weit entfernt von uns die Aliens wohnen, sind die Nachrichten, die sie von uns empfangen, mehr oder weniger „up to date“.

  • Ein Bewohner des Regulus im Sternbild Löwe etwa würde hören, wie in Deutschland gerade ein bislang unbekannter Politiker namens Adolf Hitler von sich reden macht. Für die nächste Wahl werden ihm gute Chancen eingeräumt.
  • Wer im Aldebaran-System wohnt, würde sehen, dass der zweite Weltkrieg in vollem Gange ist.
  • Die Teilung Deutschlands in zwei Staaten wäre für Bewohner von Pi Mensae topaktuell.
  • Die „kleinen Grauen“ von Zeta Reticuli würden die „Swinging Sixties“ live miterleben, das Rockfestival in Woodstock, die erste Mondlandung von „Apollo 11“ und die Trennung der Beatles.
  • Ein Bewohner des Wega-Systems würde für ABBA schwärmen, die führenden Politiker auf der Erde hießen für ihn Ronald Reagan, Margaret Thatcher, Leonid Breschnew und Helmut Schmidt. Er würde sehen, wie die islamische Revolution im Iran gerade das Regime des Schah stürzt.
  • Ein Bewohner des erdähnlichen Planeten Gliese 581g wüsste immerhin schon, dass die Berliner Mauer gefallen ist.
  • Ein Sirius-Bewohner würde gerade Augenzeuge des 11. September werden, während die Leute auf Alpha Centauri bereits von George W. Bushs Antiterrorkrieg und von seiner Wiederwahl wüssten. Von Donald Trump und Joe Biden hätten aber auch sie noch keine Ahnung, und der deutsche Kanzler hieße für sie noch Gerhard Schröder. Er macht übrigens gerade Wahlkampf gegen die Oppositionsführerin Angela Merkel.

Und wir behaupten immer noch, dass zu sehen zu glauben bedeutet!

Wäre es nicht höchste Zeit, auf eine nicht lokale Weltraumkommunikation umzusteigen?

Oder sollten wir uns vorsichtshalber lieber still verhalten, wie es einst Stephen Hawking vorgeschlagen hatte? Zu spät, Mr. Hawking. Zu spät…

Grazyna Fosar * Franz Bludorf * www.fosar-bludorf.com

 

Literatur:

Fosar/Bludorf: Auf Abfangkurs

Fosar/Bludorf: Der Denver-Plan

Fosar/Bludorf: Welt am Limit

 

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