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Der älteste Code der Welt

Veröffentlicht am 14.11.2014

Das "Hauptgesicht", als einziges dreidimensional herausgearbeitet, zeigt sehr markante Gesichtszüge.Das "Hauptgesicht", als einziges dreidimensional herausgearbeitet, zeigt sehr markante Gesichtszüge.Der älteste Code der Welt wird derzeit gerade von Wissenschaftlern untersucht. Er befindet sich auf einer rätselhaften hölzernen Statue, die im Jahre 1890 gefunden wurde. Über den Fundort gehen seltsamerweise die Meinungen auseinander. Manche Quellen nennen eine Region in der Nähe der Stadt Kirowohrad in der heutigen Ukraine, andere sagen, das Artefakt sei im Shigir-Moor in der Nähe der russischen Stadt Jekaterinburg im Ural entdeckt worden. Die Statue stellt eine anthropomorphe Gestalt dar mit insgesamt sieben Gesichtern. Sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite der Figur sind seltsame Zeichen eingeritzt, die bis heute niemand interpretieren konnte. 

Die seltsame Holzskulptur aus dem Ural. Selbst die erhaltenen Fragmente sind noch 2,80 Meter hoch.Die seltsame Holzskulptur aus dem Ural. Selbst die erhaltenen Fragmente sind noch 2,80 Meter hoch.Die Statue ist in einem stark beschädigten Zustand, da sie in den Torfschichten des Moores eingelagert war. Diese Tatsache hat sie zwar konserviert und damit vor dem Vermodern bewahrt, gleichzeitig wurde das Holz jedoch dadurch auch verändert. Das Alter der Skulptur wird auf ca. 9.500 Jahre geschätzt. Sie ist fast drei Meter hoch, aber man vermutet, dass das ursprüngliche Original sogar fünf Meter hoch gewesen sein könnte. Manche Teile der Skulptur fehlen nämlich. Die Statue stellt eine anthropomorphe Gestalt dar mit insgesamt sieben Gesichtern.

Die gesamte Skulptur ist über und über mit eingeritzten Symbolen versehen, über deren Bedeutung noch Uneinigkeit besteht.Die gesamte Skulptur ist über und über mit eingeritzten Symbolen versehen, über deren Bedeutung noch Uneinigkeit besteht.Sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite der Figur sind seltsame Zeichen eingeritzt, die bis heute niemand interpretieren konnte. Allerdings gibt es über ihre Bedeutung bereits einige Hypothesen. Eine ist es, dass es sich um eine codierte Information über die Genesis handeln könnte (wer könnte uns in der Mittelsteinzeit darüber Wissen überliefert haben wollen?). Einer anderen Meinung zufolge ist die Skulptur eine Art Wegweiser. Einige Archäologen sehen in ihr tatsächlich eine Art vorzeitlicher Landkarte. Sie könnte möglicherweise die örtlichen Land- und Wasserwege sowie die Form des Terrains markiert haben.

Das Hauptgesicht der Statue ist als einziges dreidimensional herausgearbeitet und hat typische Merkmale: Schlitzaugen und hohe Wangenknochen. Die ethnographische Interpretation der eingravierten Zeichen wird sehr kompliziert sein, da die Einordnung der einzelnen Symbole nicht nur unklar, sondern auch mehrdeutig ist. Zeichnungen des russischen Archäologen Wladimir Tolmachew aus dem Jahre 1914, dem als einzigem noch alle Fragmente der Skulptur zur Verfügung standen, sind eine zusätzliche Basis, um das Gesamtkunstwerk einzuschätzen und einzuordnen. Einige Holzproben wurden auch mit einem speziellen Massenspektrometer (AMS - accelerated mass spectrometry) untersucht. Dabei können Isotopen aufgefunden werden, die durch Vergleich mit den bereits bekannten Klimaänderungen in früheren Jahrtausenden relativ genaue Rückschlüsse auf das Alter des Holzes erlauben. Die noch erkennbaren Jahresringe lassen vermuten, dass der Baum etwa 159 Jahre alt war, als das Holz zur Anfertigung der Statue geschlagen wurde. Die Wissenschaftler konzentrieren sich jetzt auf die Beantwortung der Frage, zu welcher Zeit dieser Baum tatsächlich gelebt hat und gewachsen ist. Man hofft, das Alter des Artefaktes mit einer Fehlertoleranz von nur wenigen Jahrzehnten genau bestimmen zu können. 

Nachdem es Jahrtausende im Moor gelagert war, hat das prähistorische Kunstwerk heute im Historischen Museum von Jekaterinburg seine Heimat gefunden.Nachdem es Jahrtausende im Moor gelagert war, hat das prähistorische Kunstwerk heute im Historischen Museum von Jekaterinburg seine Heimat gefunden.Das weltweit einzigartige Artefakt wurde durch seine jahrtausendelange Lagerung im Moor zusätzlich zu einer Zeitkapsel geworden, durch die geheimnisvolles Wissen aus prähistorischen Zeiten den Weg in unser Jahrtausend gefunden hat. Ob dies die Schöpfer der Skulptur so beabsichtigt hatten, werden wir vielleicht niemals erfahren. Wir möchten Sie einladen, über andere Zeitkapseln (und wie man sie fachgerecht vorbereitet) in unserem Buch "Der Denver-Plan" ausführlicher nachzulesen.

 

Die Informationen zu dieser Publikation stammen von folgenden Wissenschaftlern:

 

  • Swetlana Sawchenko, Chefkonservatorin des Historischen Museums Jekaterinburg
  • Professor Michail Zhilin, Institut für Archäologie der Russischen Akademie der Wissenschaften
  • Professor Thomas Terberger, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover
  • Professor Uwe Hoysner, Archäologisches Institut Berlin

 

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