Hypothese 6: Wenn die UFO-Erfahrungen tatsächlich einen realen
Hintergrund haben, wieso sollten dann die Erinnerungen an Entführungen in
Raumschiffe selbst nicht real sein?
Sehen wir einmal von der Tatsache ab, daß eine solche "außerirdische
Erklärung" vielen Menschen Unbehagen bereitet und daß es bislang
keinen schlüssigen Beweis gibt, daß die Erde von außerirdischen
Zivilisationen besucht wird. Solche Argumente sind eher emotionaler Natur als
wissenschaftlich beweiskräftig.
Die weltweit bekannte UFO-Saga ist allerdings voller Widersprüche:
- UFO-Erfahrungen der geschilderten Art gibt es seit Jahrtausenden. Sie
wurden früher nur nicht so geschildert, sondern entweder religiös
verbrämt als Begegnungen mit allmächtigen "Göttern"
oder später auch als märchenhafte Begegnungen mit Elfen- und
Zwergenwesen oder Kobolden. Auch in diesen Erzählungen kam es oft zu
regelrechten Entführungen mit ganz ähnlichen Begleiterscheinungen wie
bei den heutigen UFO-Berichten. Es wurden angeblich Kinder geraubt und Menschen
an unbekannte Orte verschleppt, und es traten die gleichen Zeitverluste auf.
Die Frage ist dann: Wieviel tausend Menschen über wieviel tausend Jahre müssen
die "Außerirdischen" eigentlich entführen, bis sie endlich
die Struktur unseres genetischen Codes begriffen haben? Wer in der Lage ist,
Lichtjahre durch den Kosmos zu reisen, der sollte doch wohl schon so weit sein,
daß er simple DNA-Analysen durchführen kann, zu der unsere eigenen
Wissenschaftler längst fähig sind. Dieser zentrale Bestandteil des
klassischen Entführungsdramas ist also absolut unglaubhaft.
- Die medizinischen und chirurgischen Prozeduren, die die angeblichen Aliens
bei den UFO-Erfahrungen anwenden, sind größtenteils archaisch, brutal
und teilweise sogar sadistisch und hinken zudem weit hinter dem Wissen unserer
eigenen Medizin hinterher. Viele der geschilderten Techniken sind unseren
Medizinern bekannt, doch sie können sie meist sanfter oder gar schmerzfrei
anwenden. Ganz im Gegensatz zur modernen Medizin erinnern die Praktiken der
Aliens eher an die Grausamkeiten schwarzer Messen, denen die typische Entführungs-Saga
ohnehin auffallend ähnelt.
- UFO-Erfahrungsberichte enthalten neben allen Gemeinsamkeiten auch kleine
individuelle Unterschiede im Ablauf. Eine wissenschaftliche Studie des
Psychologen Stanislav Grof bewies, daß diese Unterschiede signifikant mit
dem persönlichen Ablauf des Geburtserlebnisses der Betroffenen korrelieren
(vgl. Hypothese 3). Dies zeigt deutlich, daß es
sich hierbei nicht um objektive Erlebnisse handeln kann.
Diese Argumente zeigen, daß die Annahme, Erinnerungen dieser Art könnten
tatsächlich auf realen Erlebnissen mit einer uns weit überlegenen
raumfahrenden Zivilisation beruhen, keiner vernünftigen Überprüfung
standhält.
Zurück zum Hauptartikel