Struktur und Bedeutung der archetypischen "UFO-Erlebnisse"

von Grazyna Fosar und Franz Bludorf

Warum sind die Schilderungen der UFO-Erfahrungen überall in der Welt so einheitlich, daß man sie so lange Zeit für objektive Realität halten konnte? Hierzu müssen wir einige Bemerkungen anfügen, wie das menschliche Bewußtsein Erfahrungen verarbeitet. Wir alle sehnen uns im Leben nach Gewißheit und klaren Antworten. Ungeachtet aller Fortschrittsbeteuerungen sind wir im Grunde konservative Wesen, die sich wohlfühlen, wenn die Welt heute noch so aussieht, wie sie gestern ausgesehen hat.

Begegnet uns im Leben jedoch etwas Neues, was wir noch nie gesehen oder erlebt haben, so versetzt uns dies in Stress oder sogar Angst, ganz einfach, weil wir nicht wissen, wie wir auf die neue Situation reagieren sollen.

Daher ist unser Bewußtsein in einem solchen Moment bestrebt, aus unserem Erfahrungs- und Erinnerungsschatz zumindest einigermaßen ähnliche Referenzerfahrungen zu finden, die uns helfen, die neue Erfahrung einzuordnen. Oft helfen wir dabei unbewußt sogar ein wenig nach, indem wir die objektiven Daten, die uns unsere Sinnesorgane liefern, so weit abändern, daß die daraus resultierende subjektive Wahrnehmung in das gewünschte Schema paßt. Wir blenden nicht passende Daten einfach aus der Wahrnehmung aus, indem wir sie nicht zur Kenntnis nehmen, oder wir sehen in Dingen auch möglicherweise etwas anderes, als sie eigentlich sind. Wenn uns dies gelingt, sind wir innerlich beruhigt. Es stehen uns dann wieder Verhaltensmuster zur Verfügung, die es uns erlauben, uns nach unseren Möglichkeiten angemessen in der veränderten Realität zurechtzufinden.

Was aber, wenn es dem Menschen nicht gelingt, durch unbewußte Manipulation seiner Wahrnehmung und unter Zuhilfenahme seiner persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen sein Weltbild wieder auf die Reihe zu bekommen? In diesem Moment äußerster Erschütterung brechen seine Bewußtseinsstrukturen inklusive seines persönlichen Unterbewußtseins zusammen, und es gibt nur zwei Möglichkeiten, wie er diesen Zustand mit intakter Persönlichkeit überleben kann:

  1. Er fällt in einen tiefen Trance-Zustand bis hin zur Bewußtlosigkeit, so daß er sich hinterher an das Geschehene nicht mehr erinnern kann. Dies ist der allbekannte Vorgang der Verdrängung. Tief im Unbewußten wirkt das Geschehen jedoch weiter, die Angst bleibt, nur daß der Mensch sie bewußt nicht mehr zuordnen kann.
  2. Sein Bewußtsein sinkt noch tiefer auf die Ebene des kollektiven Unbewußten, wie es der Schweizer Psychoanalytiker Carl Gustav Jung nannte. Auf dieser Ebene muß dann spätestens eine geeignete Manipulation der Wahrnehmung erfolgen, eine Dramatisierung also, die das Erlebnis auf dieser Ebene konsistent erscheinen läßt. Dies ist unumgänglich, da diese Ebene nicht mehr zusammenbrechen kann. Sie ist unzerstörbar, da sie nicht dem Individuum zu eigen ist, sondern allen Menschen gemeinsam verfügbar ist.

Im kollektiven Unbewußten befinden sich aber nach C. G. Jungs Forschungen die archetypischen Urbilder der menschlichen Seele, also im Großen und Ganzen archaische Helden-, Sagen- und Tiergestalten sowie diverse Fabelwesen, wie sie uns aus unseren Märchen und Sagen bekannt sind.

Hier im Archetypengedächtnis sind vermutlich die Szenerien der UFO-Erfahrungen anzusiedeln, inklusive der "Greys". Da diese Archetypen der Menschheit als Ganzes zu eigen sind, ist es nicht verwunderlich, daß die UFO-Erlebnisse weltweit so ähnlich sind.


Hypothese 1: Die weltweit bekannten Elemente des UFO-Mythos wie kleine graue Außerirdische, Raumschiffe, medizinische Experimente, Implantate etc. sind Symbole aus dem kollektiven Archetypengedächtnis der Menschheit, aus denen das virtuelle Erlebnis zusammengesetzt wird.


Wenn Sie diese Erklärung lesen, sind Sie möglicherweise enttäuscht und denken, die UFO-Erfahrungen seien nichts weiter als eine Art von gewöhnlichen Alpträumen. Dann haben Sie uns allerdings gründlich mißverstanden. Die Entführungssaga an sich, so wie sie allgemein bekannt ist, dürfte tatsächlich nichts weiter als eine solche archetypische Dramatisierung sein.

Doch vergessen wir nicht, von welchem Punkt wir ausgegangen sind: das archetypische Erlebnis ist eine Ersatzerinnerung, die ein dahinter stehendes reales Geschehen maskieren soll, weil der Mensch nicht in der Lage war, diesem Geschehen selbst ins Auge zu sehen.


Hypothese 2: Das reale Geschehen hinter den UFO-Erfahrungen ist ein erweiterter menschlicher Bewußtseinszustand, in dem Menschen in ein raum-zeitfreies Kontinuum, eine Art Raum-Zeit-Tunnel, geraten.


Die Erfahrung zeigt, daß das Erleben in Trance durch das Transzendieren der virtuellen Operationstisch-Szene regelmäßig aus der Vergangenheit ins Hier und Jetzt springt (s. Haupttext), denn man kann dann in der Regel Fragen stellen, die von der scheinbaren Intelligenz unmittelbar beantwortet werden.

Der Informationsgehalt dieser Aussagen folgte dann exakt den Gesetzmäßigkeiten bei der Informationsübertragung durch einen Raum-Zeit-Tunnel, wie sie von der modernen Physik erforscht werden (vgl. z. B. die Arbeit von Professor Nimtz, Universität Köln, zur "Überlichtgeschwindigkeit". Nimtz versuchte mit Hilfe des quantenmechanischen "Tunneleffekts" Information zu übertragen - in diesem Fall Mozarts 40. Sinfonie. Das Ergebnis war, daß am anderen Ende des Raum-Zeit-Tunnels größtenteils Rauschen ankam, durch geeignete Verstärkung die Musik aber noch einwandfrei hörbar war).

Ähnliches spielt sich bei der Hyperkommunikation ab, also bei der Bearbeitung von "UFO-Erlebnissen" in Trance, nachdem die archetypische Ebene transzendiert wurde. Es eröffnet sich ein Kanal zum Hyperkommunikations-Netzwerk, dessen Informationsflüsse vermutlich bei den betroffenen Menschen immer vorhanden ist, im normalen Tagesbewußtsein mit seinen lauteren Außenreizen jedoch im Rauschen versinken.

Durch geeignete Signalverstärkung (Ausschaltung äußerer Wahrnehmung, Einleitung eines Trance-Zustandes mit seinen verfeinerten inneren Wahrnehmungsmöglichkeiten) können dann jedoch aus diesem Rauschen auch sinnvolle Informationen herausgefiltert werden.

Ein gewisser Prozentsatz der Antworten der Klienten in diesem Zustand, auch auf schwierige, wissenschaftliche Fragen, erwies sich nämlich als schlüssig und nachvollziehbar, während der Rest entweder nicht nachvollziehbar oder auch unverkennbar verzerrt oder unsinnig war. Diesen zweiten Teil der Information kann man dann also dem "Rauschen" zuschreiben. Da der Mensch immer bestrebt ist, Informationen einzuordnen, werden diese unverständlichen Daten dann in der Regel mit archetypischen Bildern dramatisiert.

Dadurch tun sich übrigens einige Fallstricke auf bei der Erforschung solcher Erlebnisse, die jeder Forscher oder Therapeut kennen muß, um vor voreiligen Schlüssen sicher zu sein. Wir mußten erfahren, daß man sich in diesem Themenkomplex keiner Sache mehr sicher sein kann. Gerade dies ist ein deutliches Anzeichen, daß dahinter Erfahrungen stehen, für die unsere Sprache keine Worte hat.

Eine dieser Fallen ist es, daß ein Hypnotiseur möglicherweise unbeabsichtigt eine Zeitlücke mit Geschehnissen zu füllen versucht, bei der es nichts zu füllen gibt, da die Zeitlücke objektiv gar nicht vorhanden war. Außerhalb von Raum und Zeit kann man natürlich auch keine Zeit verlieren.

Wird das Bewußtsein eines Menschen, aus welchen Gründen auch immer, aus unserem Raum-Zeit-Gefüge hinausgeschleudert, dann verläßt es unsere Realität an einem Ort A zu einer Zeit B und kommt an einem Ort C zu einer Zeit D wieder in die normale Welt zurück. Dies sagt absolut nichts darüber aus, ob inzwischen im Bewußtsein Zeit vergangen ist oder ob es eine Wegstrecke zurückgelegt hätte.

Wenn der Hypnotiseur dies nicht berücksichtigt, darf er sich nicht wundern, wenn ihm wieder nur die allbekannte archetypische Entführungsgeschichte aufgetischt wird. Immerhin gewinnt er auf diese Weise einen Hinweis, daß ein nichtlineares Erlebnis als Hintergrund vorliegen dürfte, denn genau für diese Art von Erlebnissen sind die Entführungsstorys typisch.

Es kommt nun nur darauf an, wie er weiter reagiert. Hält er an der archetypischen Szene fest, wird er in eine Sackgasse geraten und bestenfalls erreichen, daß sich sein Klient mit diesem vordergründigen Geschehen abfindet.

Das kann durchaus für den betroffenen Menschen ein Vorteil sein – John Mack hat auf diese Weise zahllosen Patienten geholfen, wieder ein normales Leben zu führen. Für ihn als Psychologen waren die UFO-Erfahrungen nur eine weitere Ausprägung des posttraumatischen Syndroms, und er intervenierte entsprechend. Diese Haltung ist akzeptabel, doch man kann weitaus mehr erreichen.

Die zweite Falle ist, daß man – egal wie viele Ebenen von Ersatzerinnerungen man durchforstet hat – nie sicher sein kann, daß man nicht nur eine neue Ersatzerinnerung aufgedeckt hat. Mehr noch: solange das Erlebnis noch eine lineare Inszenierung darstellt, kann man geradezu sicher sein, daß es nur eine weitere Ersatzerinnerung ist. Auch dies ist nicht schlimm, solange man sich der Tatsache bewußt bleibt. Man kann mit solchen Ersatzerinnerungen auf jeder Ebene recht gut arbeiten und eine Menge an Informationen gewinnen. Irgendwann stößt man dann erneut auf Widersprüchlichkeiten, die daran erinnern, daß man sich noch immer auf einer vorläufigen Ebene befindet.

Wir wollen aber auch deutlich sagen, daß hier ein Trennstrich zu ziehen ist zwischen Forschung und Therapie. Wenn man therapeutisch mit Betroffenen von UFO-Erfahrungen arbeitet, ist es in der Regel nicht nötig, bis zu einer "ultimativen" Ebene vorzudringen. In der Regel reicht eine geeignete Ersatzebene vollkommen aus, um den Menschen zu helfen, mit ihren Erfahrungen klarzukommen. Dies kann auch die archetypische Ebene mit dem Operationstisch sein, wie das Beispiel John Mack zeigt.

Einige der Menschen, die uns in diesen Fällen um Rat ersuchten, wollten jedoch nach erfolgter Überarbeitung, im Grunde also nach Abschluß der therapeutischen Arbeit, noch freiwillig weitermachen, und zwar aus reinem Wissensdrang, mehr über die möglichen Hintergründe der UFO-Erfahrungen herauszufinden. Das echte Erlebnis hinter den UFO-Erfahrungen scheint also – dafür sprechen alle Anzeichen – außerhalb unseres normalen Raum-Zeit-Gefüges angesiedelt zu sein. Es ist daher zwangsläufig nicht linear im Sinne unserer gewohnten Zeit. Kein Wunder, daß Menschen damit bewußt nicht umgehen können und es als bedrohlich oder traumatisch empfinden. Unser Gehirn ist an lineares Denken gewöhnt, bei dem ein Ereignis nach dem anderen eintritt.

Damit kommen wir zum nächsten Punkt, nämlich zum Trauma. Wir können jetzt eine Antwort auf die Frage anbieten, wieso die meisten Menschen die sogenannten UFO-Erfahrungen traumatisch erleben.


Hypothese 3: Die unmittelbare raum-zeitfreie Bewußtseinserfahrung wird von den Menschen in der Regel am Anfang traumatisch erlebt, so daß es für das Bewußtsein eher erträglich ist, sie in eine "UFO-Erfahrung" umzuwandeln.


Nach unseren Erkenntnissen besteht das ursprüngliche Trauma also in der Erfahrung des raum-zeitfreien Zustandes an sich. Der Grund ist, daß der bewußte Verstand ihn nicht in eine geeignete lineare, d. h. für unsere Wahrnehmung geeignete, Erfahrung umwandeln kann.

Das Unterbewußtsein versucht daher verzweifelt, diese Erfahrung in eine zwar falsche, aber dafür besser erträgliche lineare Erfahrung zu verkleiden. Da die persönlichen Erinnerungen dafür meist keine Referenzerinnerungen aufweisen, geschieht dies auf der Ebene des kollektiven Archetypenbewußtseins.

Sobald ein Mensch dagegen in hypnotischer Trance die archetypische Ebene als virtuell erkennt und durchdringt, wird er unmittelbar mit der eigentlichen raum-zeitfreien Erfahrung konfrontiert.

Ein nichtlinearer Zustand außerhalb von Raum und Zeit wird aber von Wissenschaftlern und Philosophen allgemein auch als Zustand der Ewigkeit oder des immerwährenden Hier und Jetzt bezeichnet. Das heißt dann aber, daß das menschliche Bewußtsein im Grunde doch über eine akzeptable Form verfügt, um die Erfahrung unmittelbarer zu verarbeiten, nämlich durch den Übergang ins Hier und Jetzt:

Egal, wie oft und zu welchen Zeiten man den Betroffenen noch in Trance versetzen würde, er würde diesen Moment nie mehr als Vergangenheit, sondern immer als hier und jetzt erleben. Der virtuelle Konferenzraum ist mit Sicherheit genauso irreal wie die Operationstisch-Szene, aber die Erfahrung ist nicht mehr traumatisch und gleichzeitig nicht mehr künstlich linearisiert (d. h. einem festen Punkt in Raum und Zeit zugeordnet), so daß dem Trauma dadurch die Grundlage entzogen ist.

Dies erklärt auch, wieso die Betroffenen nach diesem Erkenntnisschritt in der Regel spontan alle psychosomatischen Beschwerden und Ängste loslassen konnten.

Damit stellen sich natürlich einige Fragen:

Im Grunde ist die Bezeichnung schon irreführend, denn die meisten Betroffenen haben zumindest ein "UFO" nie gesehen. Der größte Teil der Erfahrungen findet bei Nacht im Bett statt, in einem Zustand irgendwo zwischen Wachen und Schlafen. In wenigen Fällen machen die Menschen die Erfahrungen jedoch auch draußen, meist in einsamer Gegend, während einer Wanderung oder einer monotonen Autofahrt entlang einer Landstraße, also in Momenten, wo unser Bewußtsein sich auch oft in einem leicht abgesenkten Trance-Zustand befindet. Selbst dann aber wird nicht unbedingt ein UFO gesehen.

Von den archetypischen Operationstisch-Erlebnissen heißt es dann meist, sie hätten im Innern eines UFOs stattgefunden. Dies ist in der Regel jedoch nur eine Interpretation, die nicht auf beweiskräftigen Indizien beruht, denn nur in den seltensten Fällen sieht sich ein Betroffener wirklich in ein solches UFO eintreten. Meist springt die Szene im Verlauf der Erinnerung eher schlagartig um, so als ob ein Filmriß eingetreten wäre.

Der gesamte Ablauf der archetypischen Erlebnisse in dem fremden Raum ist jedoch in nahezu allen Fällen weitgehend identisch, egal ob ein UFO gesehen wurde oder nicht.

Das UFO als solches ist nicht notwendig ein "außerirdisches Raumschiff", sondern ein archetypisches Symbol, wie schon C. G. Jung feststellte. Interessanterweise erkannte er bereits, daß es eine ganzheitliche Welt symbolisiert, in der die Trennung zwischen innerer und äußerer Erfahrung aufgehoben ist. Naturwissenschaftlich kann man sagen, daß UFOs direkt den Raum-Zeit-Tunnel symbolisieren, denn in einem solchen Tunnel können sich sogenannte Vakuumdomänen ausbilden, die dann in unserer Realität zu UFO-ähnlichen Leuchterscheinungen führen können.

Nicht unbedingt. Diese Frage ist nicht endgültig zu entscheiden. Sollten jedoch "Außerirdische" hinter dem Phänomen stehen, dann sehen sie zumindest nicht notwendigerweise wie die "Greys" aus, und sie brauchen auch nicht unbedingt Raumschiffe, um mit uns Kontakt aufzunehmen.

Es ist jedoch bei der vorliegenden Beweislage keinesfalls notwendig, auf Außerirdische zurückzugreifen, um den Kommunikationsvorgang über den Raum-Zeit-Tunnel zu erklären. Damit kommen wir zur nächsten Hypothese.


Hypothese 4: Während einer "UFO-Erfahrung" kommt es zu einem Kommunikationsvorgang, bei dem der Mensch Zugang zu einem höheren Gruppenbewußtsein erlangt.


Beobachtungen aus dem Tierreich beweisen, daß Bewußtsein jeder Form zweierlei Tendenzen zeigt: zum einen, sich zu individualisieren, zum anderen, die Individuen wieder zu höheren Bewußtseinsstrukturen zu organisieren.

Es ist beweisbar, daß Tiere mit ihren höheren Gruppenbewußtseinsstrukturen, die jedem Einzeltier unmittelbar zugänglich sind, auch außerhalb von Raum und Zeit kommunizieren. Gleiches gilt dann natürlich auch für Menschen.

Sobald dies bewußt geschieht, erfolgt eine Angstreaktion, da sich die individuellen Bewußtseinsstrukturen (das "Ego") kurzfristig auflösen, ein Vorgang, der auch von Nahtoderlebnissen und von kosmischen Erlebnissen der Mystiker her bekannt ist.

Auf diese Weise wird es erklärbar, wieso bei diesem Vorgang Wissen verfügbar wird, das sich hinterher überprüfen läßt. Die Tatsache, daß es überprüfbar ist, setzt ja voraus, daß es irgendeinem Menschen auf der Welt zu diesem Zeitpunkt schon bekannt sein mußte. Damit stellt sich eine weitere Frage:

Dies wäre in der Tat der einzige Weg, auf dem die "Außerirdischen" sozusagen durch die Hintertür noch Eingang in den Themenbereich erhalten könnten, indem menschliches Bewußtsein sich so weit ausdehnt, daß es Berührungspunkte erhält mit fremden Zivilisationen, ohne daß diese ihren Planeten überhaupt verlassen müßten. Es wäre im Großen und Ganzen die Idee, die auch der amerikanische Astronom Carl Sagan mit seinem Buch "Kontakt" verfolgte (der inzwischen auch mit Jodie Foster in der Hauptrolle verfilmt wurde) – ein Informationsaustausch zwischen zwei Zivilisationen im Kosmos, hier sogar verzögerungsfrei über Raum und Zeit hinweg.

So verlockend diese Möglichkeit natürlich klingt, sie ist leider nicht beweisbar. Dazu wäre es nötig, eine Information zu erhalten, die nachweisbar richtig und – ebenfalls nachweisbar – der Menschheit noch nicht bekannt ist.

Dies ist bis heute nicht geschehen. Ob sich in der Zukunft so eine Möglichkeit eröffnen wird, bleibt offen. Derzeit läßt sich nur wissenschaftlich begründen, daß sich über den genannten Raum-Zeit-Tunnel das Wissen der gesamten Menschheit anzapfen läßt – immerhin auch schon eine atemberaubende Konsequenz.


Hypothese 5: Auch die Ebene der Kommunikation mit dem höheren Gruppenbewußtsein ist im Grunde virtuell und löst sich nach einiger Zeit auf, um einer unmittelbaren Seinserfahrung Platz zu machen.


In einigen wenigen Fällen geschah es, daß sich tatsächlich nach einiger Zeit die virtuelle Kommunikationsebene mit dem Konferenzraum von selbst auflöste. Die Betroffenen erlebten dann einen unmittelbaren Zustand der Leere bzw. des Einsgefühls mit dem gesamten Kosmos.

Es ist in diesem Zusammenhang interessant, die Konsequenzen zu betrachten, da ja trotzdem auf der Kommunikationsebene sinnvolle Informationen übermittelt wurden, obwohl die Ebene selbst virtuell ist. Dies eröffnet Grundlagenwissenschaftlern und Philosophen natürlich auch neue Wege, den Realitätsgehalt unserer normalen materiellen Realität neu zu bewerten.

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