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Dieser
Artikel ist aus ausgewählten Passagen des Buches „Spektrum der Nacht“
zusammengestellt. 1.
Indiskret (Schlafzimmerprobleme) 2. Der
Harry-Potter-Effekt (Die Magie des Klartraums) |
Indiskret (Schlafzimmerprobleme)
Haben Sie schon
daran gedacht, dass einer der möglichen Gründe für Ihre schlaflosen Nächte in
Ihrem eigenen Schlafzimmer liegen könnte?
Ihr Schlafzimmer ist Ihr Rückzugsort und
kann gut zum Ausdruck bringen, wie Sie Ihr Inneres selbst wahrnehmen.
Im Gegensatz zu
anderen Räumen im Haus, die Ihre Präsentation nach außen widerspiegeln oder
Ihre intellektuellen und intuitiven Möglichkeiten zeigen, ruht sich im
Schlafzimmer Ihr eigenes Ich aus, und
es soll sich dabei wohlfühlen.
Selbstverständlich
sollte man das ruhigste Zimmer zum Schlafen auswählen.
Die Innenausstattung
des Raumes verdient ebenfalls unsere Aufmerksamkeit. Farben wirken sehr nachhaltig auf unsere Stimmung, und unsere
Stimmung wiederum wirkt sich auf die Raumenergie aus. Farbtöne wie Rot, Orange,
Gelb, Grau oder Schwarz sind für den Schlafraum ungeeignet.
Die in Deutschland
so beliebten weißen Schlafzimmer erinnern eher an die
sterile Atmosphäre eines Krankenhauses. Solche Räume sind ein Mord an der
Seele, ein kühles, unpersönliches Missverständnis.
Wenn wir uns entlang
der Frequenzen des Regenbogens bewegen, haben wir die Wahl zwischen Grün, Blau,
Hellrosa, Champagner oder Creme. In Abhängigkeit von den Bedürfnissen Ihrer
Persönlichkeit können die Farbtöne hell oder auch etwas kräftiger sein.
Wenn Sie einen
Energieüberschuss in sich haben, können Sie überwiegend helle Töne benutzen und
viel Licht durch die Fenster Ihres Schlafzimmers fließen lassen. Müssen Sie
aber häufig Ihre Energie an andere Menschen abgeben – beruflich oder privat –
sind etwas kräftigere, dunkle, warme Töne besser für Sie geeignet. Sie können
in diesem Fall auch am hellen Tag die Vorhänge zuziehen.
So können Sie sich
auch am Nachmittag eine Ruhepause gönnen und dem Raum seine Rolle als Schutz-
und Zufluchtsort mental einprägen. Hiervon können Sie dann in der Nacht
profitieren.
Sensitive Menschen,
die zum Beispiel die Aura wahrnehmen können, sollten immer auf ihre Augen
achten und auch im Schlafzimmer dafür sorgen, dass es
nicht zu hell ist.
An das Fenster
gehören immer Vorhänge, egal, ob Sie sie zuziehen wollen oder Jalousien bevorzugen.
Die Vorhänge verleihen dem Raum eine Atmosphäre des Schutzes und der Abgrenzung
von der Außenwelt, was gerade in der Nacht wichtig ist. Oder wollen Sie Ihre
Nachbarn in Ihr Schlafzimmer einladen? Dies gilt vor
allem, wenn Sie ein „Fenster zum Hof“ haben, wie schon Alfred Hitchcock wusste!
Die „nackten“
Fensterfronten, die in den letzten Jahren so sehr im Trend waren, sind längst
passé. Endlich haben die Menschen verstanden, dass sie in der Nacht einen
Anspruch auf etwas mehr Intimsphäre haben. Auch während der nächsten
Vollmondnacht, die unweigerlich kommen wird, werden Sie dies zu schätzen
lernen.
Der Fußboden in
Ihrer Wohnung symbolisiert die Fundamente Ihres Lebens. Wenn sich dort viele
Risse oder Wölbungen zeigen, dann heißt das, dass Sie in irgendeinem
Lebensbereich auf wackligem Untergrund stehen. Dann sollten also erst einmal
die Handwerker ins Haus kommen.
Im Schlafzimmer kommt es vor allem darauf
an, Allergien gegen Fußbodenbeläge zu vermeiden, egal, ob man nun einen
lackierten Holzfußboden oder Teppichboden hat. Zu viel Extravaganz ist auch
fehl am Platze. Das Tigerfell mit Kopf gehört wohl eher ins Esszimmer. Da kann
man dann wenigstens stilvoll darüber stolpern, wie wir alle wissen. Same procedure as last year...
Bücher gehören
genauso wenig ins Schlafzimmer wie Topfpflanzen.
Natürlich sind solche Elemente im Raum sehr dekorativ, doch haben Pflanzen
leider die Eigenschaft, in der Nacht Sauerstoff ein- und Kohlendioxyd auszuatmen,
genau wie Tiere und Menschen. Die Photosynthese, bei der die Pflanzen aus
Licht, Wasser und Kohlendioxyd Zucker herstellen und dabei noch wertvollen
Sauerstoff ausatmen können, funktioniert eben leider nur am hellen Tage. Nachts
hingegen ist jede Pflanze ein „Luftverbraucher“ mehr.
Bücher rauben
ebenfalls Atemluft, da sie immer ein wenig Staub erzeugen. Das Buch, in dem Sie
vor dem Einschlafen noch geschmökert haben, kann natürlich auf dem Nachttisch
liegen bleiben. Selbstverständlich dürfen Sie auch das Buch „Spektrum der Nacht“ oder Ihr Traumtagebuch gerne am
Bett griffbereit haben, doch
das bis zur Decke reichende Bücherregal gehört woanders hin in Ihrer Wohnung.
Auch bei der
Installation der Beleuchtung im Schlafzimmer sollten wir Vernunft und
Augenmaß wahren. Halogenleuchten jeder Art gehören mit ihren
zwischengeschalteten Trafos zu den schlimmsten Verursachern von Elektrosmog und haben daher im
Wohnbereich von Menschen generell nichts zu suchen. Im Schlafzimmer wird man
vorrangig auf gedämpftes Licht Wert legen. Allerdings sollte die
Nachttischlampe auch nicht zu schwach ausgelegt sein, zumindest dann nicht,
wenn man ab und zu im Bett lesen möchte. Eine
Deckenlampe sollte auf jeden Fall vorhanden sein, damit man zumindest im
Notfall den Raum ausreichend beleuchten kann.
Ein nächstes, höchst
umstrittenes Thema bilden Spiegel im Schlafzimmer. Einesteils dient ein Schlafzimmer seit jeher nicht nur zum
Schlafen, sondern auch in gewissem Maße der Körperpflege. Frauen haben schon in
alten Zeiten Frisierkommoden mit Spiegeln im Schlafzimmer gehabt, und
verspiegelte Kleiderschränke erfreuen sich in unseren Tagen zunehmender
Beliebtheit, um sich beim Umziehen „begutachten“ zu können.
Andererseits
bestehen in weiten Teilen der Bevölkerung auch Vorurteile gegen die Verwendung
von Spiegeln im Schlafzimmer. Vorurteile, die in dieser Strenge nicht immer gerechtfertigt
sind. Sie basieren vorrangig auf der chinesischen Feng-Shui-Lehre, also der uralten Kunst des naturgemäßen Hausbaus und der
Raumgestaltung. Vieles in dieser Lehre basiert auf uraltem Wissen und kann auch
in unserer Kultur und unserem Zeitalter zu einer Verbesserung der Lebensqualität
beitragen. Andere Aspekte hingegen sind untrennbar mit religiösen und
kulturellen Vorstellungen des alten China verbunden und nicht unbedingt auf
unseren Kulturkreis übertragbar.
So glaubte man in
China, ein Spiegel neben dem Bett sorge für Unruhe, weil die
Seele nachts den Körper verlasse und dann bei der Rückkehr verwirrt sei, wenn
sie scheinbar zwei Körper im Schlafzimmer sieht. Diese Vorstellung
lässt sich nur schwerlich mit einem modernen, wissenschaftlich geprägten
Weltbild vereinbaren.
In der europäischen
traditionellen Überlieferung herrscht die Vorstellung, dass großflächige
Spiegel die schädliche
Ausstrahlung unterirdischer Wasseradern verstärken können.
Es ist uns aus
unserer eigenen Erfahrung durchaus vertraut, dass unterirdische Wasserläufe
unter dem Schlafzimmer der Gesundheit und der
Schlafqualität abträglich sein können,
wenn auch die physikalischen und medizinischen Hintergründe bis heute nicht
ausreichend geklärt sind. Inwieweit aber ein Spiegel diese Wirkung beeinflussen
kann, bleibt unklar und daher im wesentlichen eine Glaubensfrage.
Was jedoch nicht von
der Hand zu weisen ist, ist ein anderer Aspekt. Spiegel bestehen aus Glas und
einer darunter liegenden dünnen Metallschicht, die wie eine große
Kondensatorplatte wirken kann. Befindet sich also in der Wand hinter dem
Spiegel eine ungenügend abgeschirmte elektrische Leitung, so ist es ohne
weiteres möglich, dass der Spiegel die von dieser Leitung ausgesandte
elektromagnetische Strahlung wie eine große Flachantenne auffängt und dann
diffus in den Raum wieder abstrahlt. Auf diese Weise ist es möglich, dass der
Spiegel vorhandenen Elektrosmog verstärkt.
Insgesamt sollte man
einen pragmatischen Standpunkt einnehmen. Ein Schlafzimmer ganz ohne jeden Spiegel ist in unserer Zeit sicher
nicht ohne weiteres machbar. Auf großflächige Wandverspiegelungen hingegen
sollte man vielleicht lieber verzichten, zumindest, wenn man sensibel ist.
Koffer und
Reisetaschen sollte man im Schlafzimmer nicht aufbewahren, schon
allein aus ästhetischen Gründen. Ebenso sollte man keine Gegenstände dort
haben, die unbewusste negative Erinnerungen hervorrufen können. Das Foto von
Ihrem geschiedenen „Ex“ oder die geschmackvolle, gemeinsam gekaufte Muschel,
die Sie drei Monate vor der Scheidung aus Lanzarote mitgebracht haben, sollten
also schnellstens verschwinden.
Nicht immer ist es
einem Menschen bewusst, welcher Gegenstand bei ihm Unwohlseinsgefühle auslöst,
und auch für einen Außenstehenden ist es nicht immer leicht, ihm beim Auffinden
der Ursache behilflich zu sein, da die ausgelösten Gefühle in hohem Maße
subjektiv sind.
Versuchen Sie also
möglichst, in Ihrem Schlafzimmer mit der Vergangenheit
gründlich aufzuräumen und dabei alle Gegenstände zu entfernen, die geeignet
sind, Sie emotional zu irritieren. Lernen Sie dabei loszulassen, zum Beispiel
von der geschmackvollen Vase, einem Geschenk Ihrer Tante, die Sie noch nie
leiden konnten. Alles, was man nur aus Pietät aufhebt und im Grunde nicht mag,
ist im Schlafzimmer fehl am Platze. Wenn Sie die Vase im wörtlichen Sinne
loslassen, ist das Problem in Sekundenschnelle gelöst!
Damit kommen wir zum
nächsten Punkt. Gerade bei Menschen, die sich zu esoterischem Gedankengut
hingezogen fühlen, ist es heutzutage äußerst beliebt, die Wohnung mit riesigen
Kristallen zu schmücken. Viele Menschen glauben, damit einen verstärkten Zugang
zu einer irgendwie gearteten „kosmischen Energie“ zu erhalten.
Das Ganze wäre
harmlos, wenn an dieser Vorstellung tatsächlich nichts dran wäre. Es ist zwar
noch nicht restlos geklärt, ob es diese „Kristallenergie“ wirklich gibt und
welcher Natur sie ist, aber es ist klar, dass in Kristallen Kräfte schlummern
können, die wir zu wenig kennen, um sie voll beherrschen zu können.
Auch wir selbst sind
von der geheimnisvollen Schönheit der Kristalle fasziniert und haben auch
einige von ihnen in unserer Wohnung. Allerdings sollte man gerade hier darauf
achten, das rechte Maß zu halten. Zu viele große „Briketts“ können auf jeden
Fall so starke Energien freisetzen, dass es im günstigsten Fall zu
Kopfschmerzen kommt. Zumindest sollte man sie nicht ins Schlafzimmer legen, damit sie nicht zu
stark anregend (oder auch einschläfernd) wirken. (Mehr dazu im Buch „Spektrum der Nacht“)
Wenn Sie die Wände
Ihres Schlafzimmers mit Bildern schmücken möchten, so sollten Sie ganz nach
eigenem Geschmack vorgehen. Vermeiden Sie dabei allerdings zu exotische Motive.
Düstere Landschaftsmalereien sind ebenso ungeeignet wie der röhrende Hirsch im
Silberwald oder die Golden-Gate-Brücke in San Francisco mit Blinklämpchen.
Wählen Sie statt dessen ruhige, aber positive, lebensbejahende Motive.
Insgesamt gilt für
das Schlafzimmer das Gleiche wie für die
gesamte Wohnung: Legen Sie Wert darauf, sich mit schönen Dingen zu umgeben.
Wenn unser Auge in der Umgebung Schönheit wahrnehmen kann, so kann dies enorme
positive psychische Energien in uns freisetzen. Mehr wollen wir zu diesem Thema
nicht sagen, denn was „schön“ ist, ist ja zutiefst subjektiv und daher Ihrem
eigenen Empfinden überlassen.
Aus vielen Hollywood-Filmen
und Biographien weiß man, dass Frauen oft dazu neigen, in voller Montur, d. h.
mit angelegtem Schmuck, zu Bett zu gehen. Bei allem
Respekt für den Sinn für Schönheit sollten Sie dies jedoch lieber unterlassen.
Denken Sie daran, was wir gerade über Kristalle gesagt haben (zu denen ja auch
Brillanten und andere Edelsteine gehören, aus denen Schmuckstücke hergestellt
werden). Aber auch Metall am Körper, also z. B. Gold- und Silberschmuck, sollte
nicht übertrieben werden. Ihren Ehering können Sie natürlich am Finger
behalten, aber ansonsten sollte man auch den Schmuckstücken ihre verdiente
Nachtruhe gönnen.
Marilyn Monroe wurde
übrigens einmal gefragt, was sie im Bett trage, und sie antwortete:
„Chanel Nr. 5“...
Mittlerweile wissen
wir also, wie sich Ihr Schlafzimmer anhören sollte (nämlich
möglichst still) und wie es aussehen sollte. Es ist nunmehr an der Zeit zu
ergründen, wie es sich anfühlt.
Um dies
herauszufinden, geht man zunächst einmal langsam mit geöffneten Augen durch das
Schlafzimmer und anschließend noch
einmal mit geschlossenen Augen. Versuchen Sie dabei herauszufinden, wie sich
das Zimmer anfühlt, welche Stellen Sie als angenehm empfinden, und wo Sie sich
eher blockiert fühlen.
Wir haben
absichtlich gesagt, „wo Sie sich
blockiert fühlen“. So langsam nähern wir uns den hochinteressanten Gebieten der
Radiästhesie und Geomantie, zweier Quellen uralten Wissens, die nichtsdestoweniger heute oft
missverstanden werden. Wenn ein Rutengänger Ihre Wohnung abgeht, so sucht er
nicht etwa nach „schlechten Plätzen“, sondern genau genommen nach Orten, an
denen er sich schlecht fühlt. Da die
Impulse oft schwach sind, hilft die Wünschelrute oder das Pendel lediglich dabei, sie
wahrzunehmen.
Wir sollten uns
darüber klar sein, dass es „objektiv schlechte Plätze“ auf unserer Erde nicht
gibt. Es gibt auch Lebewesen, die gern auf Wasseradern schlafen. Katzen gehören
etwa zu dieser Gruppe, während Hunde wiederum eher Orte bevorzugen, an denen
auch wir Menschen uns wohlfühlen. Lösen wir uns also von der
allzumenschlich-subjektiven Wertung, alles als schlecht hinzustellen, was
lediglich für uns unangenehm oder gar schädlich ist, wie es auch der bekannte
Geomant Marko Pogačnik einmal sehr richtig festgestellt hat. Die Erde ist schließlich
auch noch für andere da.
Sollten Sie zu den radiästhetisch
begabten Menschen gehören, die z. B. mit einem Pendel umgehen können, so kann
Ihnen unsere im Buch „Spektrum der Nacht“
abgedruckte Bioenergie-Pendeltafel weitere Anhaltspunkte über
„gute“ und „schlechte“ Stellen in Ihrem Schlafzimmer liefern.
Allerdings möchten
wir Ihnen an dieser Stelle einen heißen Tipp geben, den Sie in keinem anderen
Buch finden werden: Es ist sehr gut, von Zeit zu Zeit das Schlafzimmer mit einer ultravioletten
Lampe zu reinigen, speziell während oder nach einer Infektionskrankheit. Das
ist keine Magie, sondern dient dazu, Krankheitserreger abzutöten, die sich
besonders gern in Tapeten, Matratzen oder Kissen festsetzen. Derartige
UV-Lampen kann man in jedem Kaufhaus als Gesichts- oder Oberkörperbräuner
kaufen. Die Prozedur sollte etwa eine Stunde dauern. Verlassen Sie während
dieser Zeit das Zimmer und lüften Sie anschließend gut durch. Vergessen Sie
bitte auf keinen Fall, dass man niemals ohne die dem Gerät beiliegende
Spezialschutzbrille direkt in die Lampe schauen darf.
Es ist auch von
Vorteil, im Schlafzimmer für ein Gleichgewicht der
vier klassischen Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft zu sorgen.
Beginnen wir mit dem
Luftelement. Das Schlafzimmer sollte oft und ausreichend
gelüftet werden. Außerdem gehört in diesen Bereich die Anwendung von Düften und
ätherischen Ölen. Für das Schlafzimmer eignet sich besonders gut Lavendelöl.
Dieser Duft dient dem Schutz, reinigt die Atmosphäre von negativen Gedanken und
sonstigen destruktiven Energien und ist auch gut gegen Schlaflosigkeit.
Wichtiger als die
Raumtemperatur im Schlafzimmer ist die Aufrechterhaltung
einer ausreichenden Luftfeuchtigkeit, womit wir zum Element Wasser kommen.
Gerade während der Heizperiode ist die Luft in Wohnräumen oft erheblich zu
trocken, was speziell während des Schlafes zur Austrocknung der Schleimhäute
und damit zu erhöhter Infektionsanfälligkeit führen kann. Gute Dienste leisten
hier Wasserverdunster aus Ton, die man an den Heizkörper hängen kann. Wenn die
Verdunstungsleistung nicht ausreicht, muss man auf einen elektrischen
Luftbefeuchter zurückgreifen.
Es ist auch
komfortabel, auf seinem Nachttisch ein Glas mit Mineralwasser oder einem
anderen Getränk stehen zu haben. Falls Sie einmal in der Nacht aus einem
schönen Traum in der Wüste durstig
erwachen, werden Sie sich selbst dafür danken, sich den Weg zur Küche erspart
zu haben.
Wenn wir jetzt zum
Element Feuer kommen, so wollen wir Sie keinesfalls auffordern, im Bett zu rauchen. Falls Sie
dabei einschlafen, könnte es Ihre letzte Zigarette gewesen sein. Erinnern wir
uns aber daran, woher der Brauch des Rauchens eigentlich stammt. Räucherungen
mit duftenden oder bewusstseinsverändernden Substanzen sind seit
Menschengedenken in allen Kulturen verbreitet. Man inhalierte den Rauch
entweder zum Zweck der Bewusstseinserweiterung oder man ließ sich den Rauch
ganz einfach im Raum verteilen, um die Atmosphäre zu verbessern. Letzteres
möchten wir Ihnen von Zeit zu Zeit auch für Ihr Schlafzimmer empfehlen (wobei Sie
allerdings hinterher gut lüften sollten). Solche Dufträucherungen können ebenso
wie die bereits erwähnten ätherischen Öle zur Reinigung des Raumes und zur
Erhöhung der Lebensqualität beitragen. Wenn Sie sich etwas besonders Gutes
antun wollen, besorgen Sie sich dazu Räucherkegel aus ayurvedischem Sandelholz.
Kommen wir als
letztes zum Erdelement. Dies ist in heutiger Zeit am schwersten in einer
Wohnung zu realisieren. Frühere Kulturen führten entsprechende Zeremonien und
Opferungen im Freien durch.
Die klassischen
Symbole des Erdelements im Zusammenhang mit dem eigenen Heim sind Brot und
Salz. Noch heute übergibt man diese Lebensmittel in vielen Gegenden als
Geschenk an neu zugezogene Nachbarn. Sie könnten also auch in den vier Ecken
Ihres Schlafzimmers ein wenig Salz verstreuen.
Zeitgemäßer ist es
da sicherlich, das alte hermetische Gesetz des „Wie oben, so unten“ anzuwenden
und sich Entsprechungen des Erdelements auf anderen Ebenen zu suchen. Zum
Beispiel ist es ja sehr beliebt, ein oder mehrere Stofftiere oder andere
Maskottchen als „Kuscheltiere“ am oder im Bett zu haben. Als Entsprechung
des Erdelements gelten dabei u.a. folgende Tiere: Hamster, Eule, Hase,
Kaninchen, Maus (muss aber keine Diddl-Maus sein). Siehe hierzu auch das Buch „Dialog mit dem Unsichtbaren“.
Zu den unschönsten
Begleitumständen des Schlafes gehört es sicherlich, dass man morgens zumeist
recht unsanft aus ihm aufgeweckt wird. Die Uhrenindustrie stellt eine Vielzahl
solcher „Mordinstrumente“ bereit, um zu gewährleisten, dass wir rechtzeitig zur
Arbeit kommen.
Während der Pennäler
Johannes Pfeiffer (der mit den „drei F“ aus der „Feuerzangenbowle“) noch einen
richtigen Tick-Tack-Wecker hatte, dessen er sich nur durch einen kühnen Wurf in
den Wasserkrug entledigen konnte, besitzen die meisten Menschen heutzutage
elektrische Wecker mit Digitalanzeige. Sie haben den Vorteil, dass man anstelle
eines ratternden Geräuschs nunmehr durch sanfte Radiomusik oder zumindest ein
etwas dezenteres Piepsignal geweckt wird.
Der Nachteil ist,
dass diese elektrischen Wecker meistens starke Magnetfelder ausstrahlen. Sie
sollten also mindestens zwei Meter vom Bett entfernt stehen.
Fernsehapparate hingegen haben im Schlafzimmer überhaupt nichts zu
suchen, eher schon ein kleiner Kassettenrecorder oder ein Diktiergerät, das Sie
griffbereit neben dem Bett haben können, um nach dem Aufwachen Stichpunkte zu
Ihren Träumen darauf zu sprechen. Dies ist besonders von Vorteil, wenn Sie
mitten in der Nacht aufwachen und hinterher weiterschlafen wollen. Das Sprechen
auf das Band macht Sie weniger wach, als wenn Sie das Licht einschalten und den
Traum aufschreiben würden.
Ein Telefon kann
natürlich im Schlafzimmer sein, wenn Sie es möchten,
aber bitte kein Handy oder sonstiges schnurloses Gerät, sondern ein
althergebrachter Festnetzanschluss. Diesen sollten Sie aber auch nicht nach
bewährter amerikanischer Sitte direkt neben Ihrem Schlafohr platzieren. Während
der Nacht sind unsere Ohren um ein Vielfaches empfindlicher als am Tage, und
wenn es dann plötzlich um halb drei Uhr morgens bei Ihnen klingelt, weil
irgendein betrunkener Spaßvogel die falsche Nummer gewählt hat, könnten Sie
ganz empfindlich aus dem Schlaf aufschrecken.
Es ist übrigens kaum
bekannt, dass Schlafzimmer im engeren Sinne, die also
ausschließlich zum Schlafen dienen, noch gar nicht so lange existieren. Im
Mittelalter war es noch weitgehend üblich, dass Menschen gemeinsam in einem
Mehrzweckraum schliefen, in der kalten Jahreszeit meist um die Feuerstelle
herum. Selbst in Adelskreisen schlief die Dienerschaft in der Nähe der
Herrschaften.
Ein eigentlicher
Schlafraum fand sich erstmals im Schloss von König Ludwig XIV. von
Frankreich, der im 17. Jahrhundert allmorgendlich vom Bett aus sogar einen
offiziellen Empfang, das „Lever du Roi“, abhielt, der das wichtigste
gesellschaftliche Ereignis des Tages darstellte.
Erst der
Puritanismus des 19. Jahrhunderts sorgte dafür, dass auch in bürgerlichen
Kreisen separate Schlaf- und Ankleidezimmer in Mode kamen, meistens fein
säuberlich nach Männlein und Weiblein getrennt.
Das wichtigste
Element des Schlafzimmers für jeden von uns ist natürlich das Bett. Der Rahmen des Bettes sollte aus Holz sein, nicht aus Metall.
Auch die heutzutage so beliebten Wasserbetten sind nicht zu empfehlen. Vor
allem aber sollte das Bett nach Möglichkeit an einem energetisch ausgeglichenen
Platz stehen.
Um den besten
Stellplatz für das Bett zu finden, können Sie
natürlich zunächst nach Ihrem Gefühl vorgehen. Wenn Sie sich aber dann noch
nicht sicher sind, dann sind die Impulse, die von dem Ort Ihr Bewusstsein erreichen, zu schwach. In
solchen Fällen bedient man sich bereits seit jeher gewisser Verstärkermethoden.
Hieraus entstand das Wissensgebiet der Radiästhesie.
Die Erfahrung zeigt,
dass es unterschiedliche Ursachen dafür gibt, dass ein Mensch sich an einem Ort
unwohl fühlt. Es geht bei weitem nicht nur um die vielzitierten „Wasseradern“. Auch unterirdische Erzlagerstätten, Erdverwerfungen und andere
geophysikalische Gegebenheiten können auf das Empfinden eines Menschen Einfluss
nehmen. In früheren Zeiten wusste man darüber intuitiv Bescheid und vermied es
von vornherein, an solchen Stellen Wohnhäuser zu bauen. Die chinesische Feng-Shui-Lehre
und das aus der keltischen Tradition stammende alte europäische Wissen der Geomantie sind Beispiele dafür, wie Menschen früherer Zeiten es verstanden,
ihre Wohnstätten in Harmonie mit der Umwelt zu errichten.
Seitdem unser
modernes technisches Zeitalter viele dieser Umwelteinflüsse schlichtweg
ignoriert, hängt die Wahl eines Bauplatzes zumeist nur von kaufmännischen und
kommunalpolitischen Entscheidungen ab. Die Qualität des Untergrundes wird nur
noch in den seltensten Fällen berücksichtigt. So ist es kein Wunder, dass man
in der heutigen Zeit mehr und mehr belastete Zonen in Wohnungen und Einfamilienhäusern
findet.
Über die genannten
geophysikalischen Einflüsse hinaus gibt es aber noch weitere Faktoren, die für
die Qualität eines Wohn- oder Schlafplatzes von Bedeutung sind. Der wichtigste
ist das nach seinem Entdecker Dr. Hartmann, einem deutschen Arzt, benannte Hartmann-Globalgitter. Dr.
Hartmann hatte in seiner Praxis festgestellt, dass es Häuser gibt, in denen
über Generationen hinweg immer wieder Menschen an Krebs erkrankt waren. Seine
Untersuchungen führten zu der Entdeckung eines auf der ganzen Welt vorhandenen
Reizzonengitters. Die Gitterlinien sind exakt entlang der Nord-Süd- bzw.
Ost-West-Richtung ausgerichtet und haben einen Abstand von 2 bzw. 2,5 Metern.
Die physikalischen
Grundlagen des Hartmann-Gitters sind bis heute nicht bekannt, aber die Ausrichtung der
Linien lässt natürlich vermuten, dass es im weitesten Sinne mit dem
Erdmagnetismus zu tun hat. Dass Menschen
aber auf natürliche und technische elektromagnetische Felder reagieren, ist
inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen (s. hierzu unser Buch „Zaubergesang“).
Ein weiteres
Reizzonengitter, das in der Radiästhesie bekannt ist, ist das
sogenannte Curry-Gitter. Seine Linien verlaufen zum Hartmann-Gitter um 45 Grad geneigt und haben einen Abstand von etwa 4 bzw.
5 Metern.
Die Engmaschigkeit
beider Gitternetze macht schon deutlich, dass sich der Mensch dieser Reizzonen
praktisch nicht entziehen kann. Es gibt keinen Wohn- oder Schlafraum, in dem
keine Hartmann- und Curry-Gitterlinien verlaufen.

Abb. 1: Typischer Lageplan einer Wohnung mit Hartmann-Globalgitter (durchgezogene Linien) und Curry-Gitter (gestrichelte Linien). Im Schlafzimmer befindet sich am unteren Ende des linken Bettes eine Doppelkreuzung, dazu vom Kopfende des rechten Bettes bis zur Sitzecke im Wohnzimmer eine Wasserader (schraffiert).
Das ist aber auch
nicht schlimm, denn der Mensch hat sich natürlich im Verlauf der Evolution an
diese Bedingungen auf der Erde angepasst.
Worauf man achten
muss, sind lediglich die Kreuzungspunkte, vor allem mögliche Doppelkreuzungen,
also Punkte, an denen sich sowohl die Hartmann- als auch die Curry-Gitterlinien schneiden. Solche Punkte stellen tatsächlich
ernstzunehmende Reizzonen dar. Dass es sich dabei nicht um „Einbildung“
handelt, folgt schon aus der Tatsache, dass auch Pflanzen an solchen Stellen
nicht gut gedeihen oder gar Missbildungen entwickeln. Oft sieht man im Wald
Bäume mit knotenartig-krebsigen Verdickungen im Stamm. Dies hat oft die Ursache
darin, dass der Baum an einer solchen Doppelkreuzung steht.
Im Gegensatz zu den
ortsgebundenen Pflanzen, die keine Chance haben, dem Ort zu entfliehen, an
denen einst der Same keimte, aus dem sie hervorgegangen sind, kann der Mensch
diese Faktoren berücksichtigen und ihnen auszuweichen versuchen.
Unserer Erfahrung
nach gibt es kaum eine Wohnung, in der sich nicht mindestens eine solche
Doppelkreuzung findet. An einem solchen Ort sollte man weder seinen
Schreibtisch noch gar sein Bett stehen haben. Befindet er
sich hingegen lediglich irgendwo mitten im Zimmer auf dem Teppich, so dass man
nur ab und zu darüber hinwegläuft, so ist kein gesundheitlicher Schaden zu
befürchten.
Das fachgerechte
Ausmuten des Hartmann- und Curry-Gitters verlangt einige Erfahrung und sollte von einem guten
Baubiologen oder Radiästheten durchgeführt werden. Wenn Sie allerdings gar
nicht die vollständige energetische Topographie Ihrer Wohnung kennenlernen,
sondern nur die Qualität des Schlafplatzes abschätzen wollen, dann reicht es im
Grunde aus herauszufinden, ob eine Stelle belastend ist oder nicht, ohne genau
zu klassifizieren, ob es nun ein Kreuzungspunkt, eine Erdverwerfung oder eine
Wasserader ist. Eine solche grobe Abschätzung kann auch ein interessierter Laie
durchführen, sofern er etwas Erfahrung in der Benutzung des Pendels hat.
Beachten Sie dabei
bitte lediglich, dass das Pendel selbst keine „Antworten“
erteilt. Es „weiß“ gar nichts von Ihrer Untersuchung, sondern verstärkt nur
winzige Muskelregungen Ihrer Hand, die wiederum Ausdruck unbewusst empfangener
Impulse sind. Der Mensch selbst ist also das eigentliche Messinstrument in der
Radiästhesie, und seine Untersuchungen können nur dann erfolgreich sein, wenn
er sich dabei innerlich die richtigen Fragen stellt, die dann mit Hilfe des
Pendelausschlags „beantwortet“ werden.
Um dem Laien dabei
zu helfen, haben wir die im Buch „Spektrum der Nacht“
abgedruckte Bioenergie-Pendeltafel entwickelt, die bereits
die wichtigsten gängigen Fragen in Form von Alternativen enthält. Ihre
Benutzung dürfte in vielen Fällen vollkommen ausreichend sein, um das Bett an die bestmögliche Stelle
zu rücken.
Unsere Erfahrungen
aus zahlreichen bio-elektroenergetischen Untersuchungen zeigen, dass die
meisten Schlafplätze von Menschen in irgendeiner Form radiästhetisch oder
geomantisch belastet sind. In solchen
Fällen kommt es nicht nur darauf an, die Fakten festzustellen, sondern auch für
entsprechende Abhilfe zu sorgen. Die einfachste Möglichkeit ist es natürlich,
das Bett an eine andere Stelle zu
rücken oder schlimmstenfalls ein anderes Zimmer zum Schlafzimmer zu deklarieren.
Hin und wieder kommt
es jedoch vor, dass auch dies nicht möglich ist, weil etwa die Belastungen zu
großflächig sind oder die baulichen Gegebenheiten kein Umstellen der Möbel
erlauben. Dann gibt es aber zumindest noch die Möglichkeit, die schädlichen
Einwirkungen des Ortes auf den Schlafplatz durch
Abschirmungsmaßnahmen zu mildern.
Leider sind in
diesem Bereich eine ganze Reihe von Produkten auf dem Markt, die lediglich dem
Hersteller helfen, sein Bankkonto aufzubessern, ansonsten aber keinerlei
Wirkung zeigen. Hierzu gehören eine ganze Reihe spezieller Matten, z. B. aus
Kork und anderen Materialien.
Die Erfahrung zeigt,
dass jegliches pflanzliche Material ungeeignet ist, um radiästhetische
Störeinflüsse ausreichend abzuschirmen. Eine nennenswerte Wirkung kann nur
durch tierische Materialien erreicht werden. Im Grunde gibt es also nur zwei
Möglichkeiten: Seide oder Leder.
Zur Abschirmung von
Störzonen unter dem Bett benutzt man am besten
genügend große Lederstücke, die auf die entsprechende Stelle unter dem Bett
gelegt werden.
Außer den genannten
radiästhetischen Untersuchungen mit Wünschelrute und Pendel gehören zur Beurteilung
der Wohn- und Schlafqualität natürlich auch Messungen
physikalischer Größen wie Elektrosmog, Radioaktivität oder mögliche Belastungen durch Mikro- oder
Radarwellen. Ein wirklich qualifizierter Fachmann wird derartige Untersuchungen
immer mit Hilfe physikalischer Messgeräte durchführen, niemals mit der
Wünschelrute! Es kann nicht Sinn der Sache sein, etwas mit Rute und Pendel
auszumuten, was man auf wissenschaftlich exakte Art messen kann.
Zu den häufigsten
Fehlern, die Menschen im Schlafbereich begehen, gehört es zum Beispiel,
Elektrokabel oder gar Verteilersteckdosen unter dem Bett liegen zu lassen. Die
Anschlüsse der Nachttischlampen sollten auf jeden Fall so installiert sein,
dass unter dem Bett keine stromführende Leitung verläuft.
Das Bett sollte,
sofern möglich, in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet werden, so dass der Körper in
der Nacht parallel zu den Feldlinien des Erdmagnetfeldes liegt.
Die Wahl der
richtigen Matratze ist heutzutage fast schon eine Wissenschaft für sich
geworden. Die Wirtschaft wird nicht müde, uns immer ausgeklügeltere
computergesteuerte oder sonst wie spezialisierte Ausführungen anzubieten.
Leider hat unser Körper nicht das dazu passende computererzeugte Design.
Verlassen Sie sich also beim Kauf der Matratze vor allem auf Ihr persönliches
Gefühl beim Probeliegen und lassen Sie sich nicht vom Verkäufer etwas
aufschwatzen, was Sie gar nicht haben wollen. Auf jeden Fall sollte die
Matratze weder zu weich noch zu hart sein. Wir sind keine indischen Yogis, die
auf Nagelbrettern schlafen. Wenn man aber in seinem Bett zu tief einsinkt, kann
dies sehr schnell zu Rückenschmerzen führen.
Die Bettwäsche ist
natürlich Geschmackssache, was Farbe, Muster und Stoff betrifft. Als Material
sind Seide oder Baumwolle zu bevorzugen. Wichtig ist vor allem, dass die Wäsche
gemäß Ihrem persönlichen Geschmack schön ist.
Wir haben Ihnen in
diesem Kapitel eine Vielzahl von Tipps und Ratschlägen erteilt, die Sie
natürlich nicht alle auf einmal befolgen müssen. Es ist wichtig, dass sie die
Sache ganz locker angehen und sich keineswegs sklavisch an irgendwelche
„Vorschriften“ halten. Letztendlich muss jeder individuell für sich beurteilen,
in welcher Art von Schlafraum er sich wohlfühlt.
Wenn es also Ihr
Bedürfnis ist, auf einem Wasserbett zu schlafen und dabei auf einen riesigen,
an der Decke montierten Spiegel zu schauen, dann tun Sie
dies ruhig. Neben den vielerlei erotischen Reizen einer solchen Konstruktion
haben Sie dann schließlich auch noch den Vorteil, in einer stillen Stunde das
„Handelsblatt“ seitenverkehrt lesen zu können. Und wer weiß – vielleicht können
Sie danach prima schlafen?
Beschäftigen wir uns
aber jetzt mit der Innenwelt des Schlafes, denn dort geht beileibe auch nicht
immer alles so glatt vonstatten, wie wir es gerne hätten. Aber das wäre ja wohl
auch langweilig...
Der Harry-Potter-Effekt (Die Magie des Klartraums)
„Der Marlene-Dietrich-Platz
war voller Menschen, obwohl es schon etwas dämmerig wurde. Ich war schon eine
ganze Zeit unterwegs gewesen, denn ich war frustriert. Peter und ich hatten uns
entsetzlich gestritten. Meine Füße waren schon müde, aber um mir eine Freude zu
machen, ging ich noch hinüber zu den Arkaden am Potsdamer Platz und wollte mir
etwas ganz Tolles zum Anziehen kaufen.
Gleich hinter dem
Eingang sah ich links eine top-elegante Boutique, die mir bislang dort nie
aufgefallen war. Na warte, dachte ich, ich werde jetzt ordentlich zuschlagen.
Drinnen sah ich jede Menge Designerkleidung hängen, und die Preise waren
entsprechend.
Eigentlich weiß
ich ganz genau, dass das eine ganz blöde Reaktion ist, sich einen ‚Frustpulli‘
zu kaufen, aber in diesem Moment war es mir egal.
Ich probierte
mehrere Teile an, hatte mich schon nach kurzer Zeit für ein paar Sachen
entschlossen und ging in Richtung Kasse. Es war mir von vornherein klar, dass
ich nicht genügend Bargeld für die notwendige Summe bei mir hatte, und so zog ich
gleich meine Scheckkarte heraus.
Die Kasse stand
auf einem altmodischen Barocktischchen, und die Verkäuferin saß dahinter auf
einem gemusterten Sessel. Sie bat auch mich, vor dem Tisch auf einem bequemen
Stuhl Platz zu nehmen. Eigentlich passen diese Möbel gar nicht zu dem sonst so
modernen Ambiente der Boutique, dachte ich bei mir, und während ich der
Kassiererin meine Scheckkarte hinüberreichte, wurde ich endgültig stutzig, denn
ich konnte kaum glauben, was ich sah: die kleine Plastikkarte in meiner Hand
verwandelte sich vor meinen Augen in eine kleine Weltkarte mit den Kontinenten
und Ozeanen. Verschwunden waren der Name der Bank, meine Kontonummer und das
Hologramm. Hier war etwas absolut falsch!
In diesem Moment
wurde es mir schlagartig bewusst: das geschieht nicht wirklich – ich träume
nur!
Aber ich wollte
ganz auf Nummer sicher gehen: Na gut, wenn ich schon träume, dann wünsche ich
mir, dass anstelle der Kassiererin Hillary Clinton höchstpersönlich hinter der
Kasse sitzen möge.
Und in der Tat –
es klappte! Sie trug nicht nur ihr diskretes Lächeln, sondern auch das
allbekannte Kostüm und das unvermeidliche Perlencollier um den Hals.
Sie hatte
inzwischen bereits alle meine gekauften Sachen in elegante Tragetaschen
verpackt und wollte nach meiner Kreditkarte greifen. Stop – dachte ich – warum
soll ich das eigentlich alles bezahlen, wenn es sowieso nur ein Traum ist?
Also stand ich
auf, nahm meine Taschen und ging einfach hinaus.
Gleich als ich
vor dem Laden stand, kam mir zu Bewusstsein, dass es eigentlich schade ist, einen solchen bewussten Traum mit derlei Kinkerlitzchen
wie Einkäufen in einer Boutique zu verschwenden. Statt dessen könnte ich doch
die ganze Umgebung verschwinden lassen und lieber ein Skilauftraining
absolvieren, da ich immer noch nicht sicher auf den Brettern stehe, und wir
wollten doch im Winter in die Schweiz fahren.
Doch mein
Gewissen wurde jetzt bockig: das kannst du doch nicht machen, sagte ich zu mir,
einfach weggehen, ohne zu bezahlen. Also machte ich auf dem Absatz kehrt und
ging zurück zur Kasse.
Aber jetzt gingen
die Schwierigkeiten erst los: die Kassiererin ‚Hillary Clinton‘ wollte meine
seltsame Kreditkarte nicht akzeptieren, die immer noch die fünf Kontinente
zeigte. Sie verlangte, ihr entweder eine andere Karte zu geben oder bar zu
bezahlen. Ich holte also mein Portemonnaie aus der Tasche und checkte meinen
Bargeldbestand. Es waren viele kleinere Scheine darin und eine Unmenge Münzen,
und ich machte mich an die Sisyphusarbeit nachzuzählen, ob es reichen würde.
Vergessen waren
alle meine Pläne vom Skilaufen, vergessen auch, dass ich ja nur träumte. Es gab
jetzt für mich nur noch meine Geldbörse und die Verkäuferin, die mich die ganze
Zeit wie ein Wachhund misstrauisch beobachtete.
Kurze Zeit später
wachte ich in meinem Bett auf und war immer noch
sauer. Nicht auf Peter natürlich, sondern auf mich selbst, weil ich mir den
tollen Traum so vermasselt hatte.“
Patricia erzählte
diesen Traum unserer ganzen Gruppe und
löste bei allen ein wieherndes Gelächter aus. Gerade zu jener Zeit leiteten wir
ein Intensivtraining für Klarträume, das sich über mehrere Monate hinzog. Alle Teilnehmer waren
Anfänger auf dem Gebiet, und so gab es bei unseren wöchentlichen Treffen immer
viel zu lachen, wenn jeder von seinen Versuchen berichtete.
|
Ein Klartraum ist
ein Traum, in dem der Mensch weiß, dass er träumt, und sich
zusätzlich der Tatsache bewusst ist, dass er in die Traumhandlung steuernd
eingreifen kann. |
Auf diese Weise kann
der Träumende nicht nur die Inhalte des Traumes verändern. Ein Klartraum ist vor allem ein außerordentlich
profundes Mittel zur Selbsterkenntnis, aber auch zum Erlernen der
unterschiedlichsten Fähigkeiten.
Ein Klartraum unterscheidet sich von
einem gewöhnlichen Traum in grundlegender Weise. Es
handelt sich um einen eigenen Bewusstseinszustand, in dem für das menschliche Bewusstsein praktisch keine
Beschränkungen mehr bestehen. Man kann Reisen durch Raum und Zeit unternehmen,
die – wie unsere Beispiele zeigen werden – keineswegs nur auf Phantasie beruhen. Auf diese Weise
kann der Mensch durchaus auch im wissenschaftlichen Sinne vollkommen neues
Wissen und Informationen erwerben.
Der Klarträumer hat
die Macht, während seines Traums praktisch alle Naturgesetze außer Kraft zu
setzen. Er kann, wenn er will, wie ein Zauberlehrling fliegen oder auch auf
einem Besen reiten, er kann auf Wunsch Gegenstände verwandeln oder mit einer
Handbewegung ganze Realitäten fortwischen und neue schaffen.
Es ist auch möglich,
bestimmte Fähigkeiten und Bewegungsabläufe einzuüben, was speziell von
Leistungssportlern gern genutzt wird. Die Bewegungsübungen im Klartraum sind frei von
Verletzungsgefahren und prägen sich dennoch genau so tief ins Unterbewusstsein ein wie ein reales
Training am Tage in unserer „Wach-Welt“.
Sehr häufig nutzen
Menschen Klarträume auch zur Lösung
zwischenmenschlicher Probleme, die im Traum oft auf einer
psychologisch viel tieferen Ebene behandelt werden können, als es bei realen
Begegnungen mit den betroffenen Personen möglich wäre.
Wofür auch immer man
diese Techniken nutzt – was die Klarträume so besonders wertvoll
macht, ist die Tatsache, dass sie einem erfahrenen Klarträumer ein Mittel an
die Hand geben, um die eigene Zukunft besser und erfolgreicher zu gestalten.
Wohlgemerkt – nicht die Zukunft zu erkennen, sondern sie zu gestalten. Es geht
hier nicht um die so oft zitierten präkognitiven Träume, sondern darum, alternative Wege zur Lösung eines Problems oder
zur Erreichung eines Ziels zu erproben und die Resultate zu vergleichen. Im
realen Leben müssen wir uns oft vorab für eine Möglichkeit entscheiden, ohne
vorher alle praktisch durchgespielt zu haben. Hier bietet der Klartraum ein
unschätzbares Übungsfeld. Die erfolgversprechendste Alternative kann der
Klarträumer dann in seinem Unterbewusstsein so verankern, dass er
diesen Weg im realen Leben nachzuvollziehen versucht.
Kann man so etwas
lernen? Ja.
Ist das einfach?
Nein, aber es lohnt sich unbedingt, es zu probieren. Also dann: auf nach
Hogwarts!
Zunächst stellt sich
die Frage, warum wir das überhaupt lernen müssen. Warum hat der Mensch nicht
von sich aus ständig Klarträume, sondern hält seine Träume für die Realität?
Beim Klartraum handelt es sich um einen
speziellen Bewusstseinszustand. Um ihn genauer zu charakterisieren, müssen wir zunächst die
normalen Bewusstseinszustände des Wachens und des Träumens eingehender
betrachten.
Wie ist es
eigentlich möglich, dass wir zwischen Wach- und Traumzustand unterscheiden
können? Wenn Sie jemanden fragen, ob er eigentlich weiß, ob er gerade wach ist
oder träumt, dann wird er mit fast hundertprozentiger Sicherheit aussagen, dass
er wach sei – selbst wenn er kurze Zeit später in seinem Bett erwachen sollte. Wir sehen
schon – unser Gefühl der Sicherheit, jederzeit unseren momentanen
Bewusstseinszustand richtig einordnen zu
können, steht in krassem Gegensatz zu unserer realen Fähigkeit, dies auch zu
tun.
Die Frage bleibt
offen: was unterscheidet unser Wacherleben vom Traumerleben? Wie wir alle
wissen, können unsere Träume bisweilen so realistisch
sein, dass sie sich im Grunde wirklich nicht von realen Erlebnissen
unterscheiden.
Der Hauptunterschied
ist es, dass es sich um zwei verschiedene Bewusstseinszustände handelt. Diese
unterscheiden sich nicht nur dadurch, dass wir im Traum eine veränderte, meist
bizarre Umwelt erleben und dass unsere Kritikfähigkeit gegenüber dem
Wachzustand herabgesetzt ist:
·
Im
Wachzustand sind wir an ein festes Zeitempfinden gebunden, das im Traum nicht verfügbar ist. Im
Traum sind wir von den Fesseln der Zeit relativ frei, zumindest aber läuft die
Zeit in diesem Bewusstseinszustand anders. Dringt das
Tagesbewusstsein hier ein, so kommt es zunächst zu Gefühlen der
Desorientiertheit oder gar zu Angst. Man glaubt, sich rasend schnell zu bewegen
oder empfindet möglicherweise eine veränderte Puls- und Atemfrequenz. Die gleichen
Phänomene werden auch von Träumern beim Eintreten des Klartraumzustandes
bisweilen berichtet.
·
Das
Wachbewusstsein ist auch gekennzeichnet
durch ein festes Körpergefühl. Wir verfügen in unserem Gehirn über einen
zuverlässigen Lageplan, wo sich unsere einzelnen Körperteile zur Zeit befinden,
und wir sind in der Lage, auch bei geschlossenen Augen jederzeit, ohne zu
überlegen, unsere Nasenspitze, unseren großen Zeh etc. wiederzufinden. Jeder
von uns hat wohl schon einmal bei einer ärztlichen Untersuchung diese
Fähigkeit unter Beweis stellen müssen.
·
Im
Traum löst sich dieses innere
Körpergefühl natürlich auf, denn sonst wären wir ja nicht in der Lage, uns mit
einem virtuellen Traumkörper in der Traumlandschaft
frei zu bewegen, während unser physischer Körper im Bett liegt und schläft.
Klarträumer berichten auch regelmäßig darüber, dass sich beim Einschlafen ein
Gefühl der körperlichen Auflösung einstellt, so als würde tatsächlich ein
feinstofflicher Astralkörper den materiellen Körper verlassen. Wenn unser
Tagesbewusstsein in das Traumbewusstsein eindringen soll, muss es auch in der
Lage sein, mit diesem Phänomen fertigzuwerden.
·
Schließlich
wäre es absolut nicht ratsam, Wach- und Traumbewusstsein fest aneinander zu
ankern. Der Grund ist, dass das Traumbewusstsein tief in unbewusste Schichten
hineinreicht, die für die Steuerung lebenswichtiger Körperfunktionen
verantwortlich sind, z. B. für den Herzschlag. In Teilen der Nacht läuft
nämlich während des Schlafes ein Programm ab, das alle diese unbewussten
Steuerzentralen durchcheckt, damit der Körper für den nächsten Tag wieder auf
Vordermann gebracht wird. In diesen Steuerzentralen tief in unserem
Unbewussten hat das Tagesbewusstsein nun absolut nichts verloren, denn es wäre
fatal, müssten alle diese Körperfunktionen von nun an unter bewusster Kontrolle
ablaufen.
Für einen Klartraum ist es vor allem
notwendig, eine Zeitsynchronisierung zu erreichen, da das
Wachbewusstsein (Ego-Bewusstsein) und das Traumbewusstsein (Unterbewusstsein) wie gesagt in unterschiedlichen Zeiten leben. Es geht hier also
im Grunde um das bewusste Wahrnehmen der vierten Dimension. Nach neueren
wissenschaftlichen Erkenntnissen entspricht die Zeit ja nicht mehr unserer
herkömmlichen Vorstellung einer linearen, unveränderlichen Größe (s. hierzu „Vernetzte Intelligenz“).
Eine der wichtigsten Fähigkeiten, die der angehende Klarträumer zu erlernen
hat, ist es daher, in seinem Wachbewusstsein mit der größeren Flexibilität von
Zeit und Raum während des Traums klarzukommen. Gerade diese höhere Freiheit im
Gegensatz zum normalen Wacherleben, durch die der Traumzustand charakterisiert
ist, ist für unser normales Wachbewusstsein problematisch. Ein Klarträumer, der
die Technik des Klartraums beherrscht, ist also ein Mensch, der die Barriere
der Zeit (im herkömmlichen Sinne) überwunden hat.
Ein Beispiel: Roland
erreichte eines Nachts den Klartraumzustand und fasste den spontanen
Entschluss, dass er eigentlich seine Tante Käthe aufsuchen könnte, um ein
Problem mit ihr zu klären. Wie oft während unseres normalen Tagesablaufs gehen
uns solche Gedanken durch den Kopf, ohne dass wir daraus irgendwelche
Konsequenzen ziehen.
Im Klartraum funktioniert das ganz
anders. In dem Moment, als der Gedanke in Rolands Kopf Gestalt angenommen
hatte, realisierte er sich auch sofort. Das heißt, die Umgebung begann zu
verschwimmen, und Roland hatte das Gefühl einer rasenden Geschwindigkeit, so
als ob er in einer Rakete sitzen würde. Eigentlich fand die Bewegung in einem
Medium nach Art eines grünen Nebels statt. Natürlich löste das bei ihm Angst
aus, und anstatt im Klartraum seine Tante Käthe zu besuchen, wachte er ganz
einfach auf.
Ein Mensch, der das
Klarträumen erlernt, ist also vergleichbar mit jemandem, der bislang nur
Fahrrad gefahren ist und den man nun unvermutet an das Steuer eines Porsche
setzt. Er muss lernen, die Macht, die er plötzlich über Raum und Zeit besitzt,
vernünftig und maßvoll zu lenken, was zunächst einmal bedeutet, seine eigenen
Gedanken unter Kontrolle zu halten.
Im normalen Traum, der nur vom Unterbewusstsein erlebt wird, fehlt die
Bewusstheit, in den Traum überhaupt steuernd eingreifen zu können. Die Traumhandlung
entwickelt sich spontan, gemäß der andersartigen Struktur des
Unterbewusstseins, nämlich nicht linear, sondern assoziativ zu denken. So
entstehen unsere häufig bizarren Träume, in denen sich unterschiedliche Orte
und Zeiten miteinander mischen.
Im Wachbewusstsein hingegen sind unsere
Möglichkeiten des Eingreifens in die Struktur von Raum und Zeit beschränkt, zum
einen durch Naturgesetze, denen wir uns unterwerfen, zum anderen durch
gesellschaftliche, moralische und persönliche Begrenzungen.
Die Kunst des
Klarträumens ist es vor allem, diese Gefühle der Begrenzung als nicht mehr
zwingend anzusehen (und damit eben möglicherweise doch das Geschäft zu
verlassen, ohne zu bezahlen – schließlich ist es ja nur ein Traum), sowie angesichts der dadurch entstehenden unbegrenzten
Freiheiten nicht den Überblick und die Orientierung zu verlieren.
Es gehört aber auch
eine Portion Mut dazu, derartige Abenteuerreisen des Bewusstseins zu
unternehmen.
Grazyna entschied
sich eines Nachts, noch vor dem Schlafengehen, dazu... (mehr dazu im Buch „Spektrum der Nacht“).
Es ist an dieser
Stelle wichtig anzumerken, dass sich Klarträume nicht unbedingt nur im
Kopf abspielen müssen, sondern dass tatsächlich korrekte Informationen über
real existierende und möglicherweise unerreichbar ferne Orte für den
Klarträumer zugänglich sind.
Dies beweist ein
Traum, den Franz vor vielen Jahren einmal hatte... (mehr dazu im Buch „Spektrum der Nacht“).
Wir wollen jetzt
nicht behaupten, dass in jedem Klartraum eine reale Projektion des
Bewusstseins an andere Orte oder gar in andere Dimensionen stattfindet. Es
könnte sich auch um eine Form der Hyperkommunikation (s. hierzu „Vernetzte Intelligenz“)
handeln, z. B. mit einem Informationsfeld (morphogenetischen Feld).
Entscheidend für
solche interessanten Erlebnisse ist es natürlich, dass man überhaupt erst
einmal Klarträume hat. Bei manchen Menschen
geschieht dies ab und zu spontan, dass ihnen während des Traumes bewusst wird,
dass sie träumen. Sehr oft wissen diese Menschen dann gar nichts mit ihrer neu
gewonnenen Freiheit anzufangen, zumindest, wenn sie sich nicht vorher mit der
Materie beschäftigt haben. Oft benutzen sie diese Fähigkeiten dann nur, um gezielt
aufwachen zu können.
Bei den meisten
Menschen jedoch kommen Klarträume nicht von selbst. Wir
sagten jedoch schon, dass man es erlernen kann, und wie jetzt unmittelbar klar
ist, geht es dabei vorrangig um die Frage: Wie erreiche ich es, während des
Träumens zu erkennen, dass ich träume?
Wenn man es genau
nimmt, beginnen die meisten Klarträume als ganz gewöhnliche
Träume (zu den Ausnahmen kommen
wir später). Irgendwann jedoch kommt ein Moment, wo dem Träumer aus
irgendwelchen Gründen bewusst wird, dass er träumt. In diesem Augenblick hat er
die Chance, einen Klartraum zu starten.
Wir können es nun
dem Zufall überlassen, ob und wann wir einmal während des Träumens den
Traumzustand erkennen, und dann vielleicht lebenslang vergeblich auf unseren
ersten Klartraum warten, oder wir arbeiten
gezielt daran zu lernen, wie man diesen Moment, diesen entscheidenden
„Knackpunkt“, bewusst herbeiführt.
Das sprichwörtliche
„Kneifen“ funktioniert nämlich nicht, wie Stephen LaBerge herausgefunden hat: Ein
Träumer, der sich im Traum in seinen Traumkörper kneift, kann dabei
durchaus einen ganz realistischen Schmerz empfinden.
Woran hatte Patricia
in unserem einleitenden Beispiel erkannt, dass sie sich in einem Traum befand? Daran, dass die
Kreditkarte in ihrer Hand sich plötzlich in eine Landkarte verwandelte und ihr
klar wurde, dass so etwas nicht möglich ist. Bei genauerer Analyse ihres
Traumes sehen wir, dass es bereits vorher auch Indizien gegeben hatte, die ihr
das Erkennen des Traumzustandes hätten ermöglichen können – die elegante
Boutique, die sie an dieser Stelle nie zuvor gesehen hatte, die barocken
Polstermöbel an der Kasse in einem sonst sehr modern eingerichteten Laden. Auch
das sind im Grunde Widersprüchlichkeiten in der von ihr erlebten Realität
gewesen, doch sie waren noch nicht „unglaublich“ genug, um bei Patricia den
Erkenntnisprozess reifen zu lassen, dass sie sich hier nicht in der normalen
Tagesrealität befand. Sie wunderte sich zwar darüber, nahm es aber dann doch
hin.
Fazit: Die Chance,
einen Traum als solchen zu erkennen,
bietet sich uns immer dann, wenn wir auf Ungereimtheiten treffen, auf Dinge, die
nicht so sind, wie sie unserer Meinung nach sein sollten.
Die Möglichkeiten,
in unseren Träumen derartige Ungereimtheiten zu finden, sind vielfältig. Das
liegt an der anderen Art, wie das Unterbewusstsein denkt. Es vollzieht keine
logisch-linearen Schlüsse wie unser wacher Verstand, wo immer alles nach einer
streng zeitlichen Ordnung hübsch nacheinander geschieht, sondern arbeitet
assoziativ und emotional.
Wenn wir zum
Beispiel während des Tages ein Bild sehen, das in ähnlicher Form auch in der
Wohnung der lange verstorbenen Großmutter gehangen hatte, so wird dies sicher
in uns spontan Erinnerungen an die Großmutter und damit verbundene Emotionen
auslösen. Im Traum dagegen, wo sich jeder
Gedanke augenblicklich realisiert, würde dies vermutlich dazu führen, dass die
Großmutter in diesem Moment in unserem Traum erscheinen würde.
Solche
Ungereimtheiten in unseren Träumen bezeichnen wir als Traumsymbole. Es geht uns wie gesagt nicht um Traumdeutung, das heißt, es
interessiert uns im Moment nicht, was diese Symbole bedeuten und weshalb sie in
unserem Traum erscheinen. Diese Fragen
werden wir bald schon viel eleganter beantworten können, als es die klassische
Traumdeutung in der Lage war zu tun.
Wichtig ist jetzt
nur, dass diese Traumsymbole in unseren Träumen
existieren. Diese Tatsache ist für uns die einzige Chance, sicher zwischen
Traum- und Wachzustand zu unterscheiden. Wenn wir im Traum erst einmal ein
Traumsymbol bewusst erkannt haben, ist dies für das Erreichen eines Klartraums
schon die halbe Miete.
Um die ganze Sache
etwas systematischer anzugehen: man kann die möglichen Traumsymbole in vier unterschiedliche
Kategorien einordnen:
|
Kategorie |
Bedeutung |
|
Kontext |
Dinge, Personen
oder der Träumer selbst erscheinen am falschen Ort oder zur falschen Zeit.
(Beispiele: die verstorbene Großmutter erscheint in unserer heutigen
Umgebung, in einem modernen Laden stehen alte Möbel, man geht mit Königin
Elizabeth, Prinz Charles und Prinzessin Diana ins Kino – alles schon
vorgekommen!) |
|
Aktion |
Der Träumer,
andere Personen oder Dinge vollführen unmögliche oder unwahrscheinliche
Handlungen. (Beispiele: man kann fliegen, Gegenstände bewegen sich von
selbst, Ihre Geschirrspülmaschine kommt ins Wohnzimmer und sagt Bescheid,
dass das Geschirr fertig abgewaschen ist) |
|
Form |
Der Träumer, Dinge
oder Personen sehen anders aus als sonst oder verwandeln sich. (Beispiel: die
Kreditkarte verwandelt sich in eine Landkarte, man besitzt plötzlich ein
anderes Auto als sonst) |
|
Innere Wahrnehmung |
Der Träumer hat ungewöhnliche Gefühle, ein unerklärliches
Wissen, Ahnungen etc. (Beispiel: mehrere Menschen haben vorausgeträumt, dass
die Titanic sinken würde, und daraufhin ihre Tickets zurückgegeben) |
Tabelle 1: Kategorien der Traumsymbole
Wenn Sie unserer
Empfehlung folgend regelmäßig ein Traumtagebuch führen und sich an einige Träume erinnern, so werden Sie
schnell erkennen, dass auch Ihre Träume voll mit solchen Symbolen sind.
Nehmen Sie sich
jetzt ruhig einen Augenblick Zeit und gehen Ihre protokollierten Träume daraufhin noch einmal
durch. Wo sind in den Träumen Traumsymbole aufgetreten? Zu welcher
Kategorie gehören sie? Gibt es eine Kategorie, die bei Ihnen besonders häufig
auftritt?
Welche Sorte von
Traumsymbolen vorherrscht, ist bei jedem Menschen individuell anders, wenn auch
jeder von uns irgendwann einmal ein Symbol aus jeder Kategorie im Traum gesehen haben dürfte.
Dennoch scheint es bestimmte individuelle Vorlieben zu geben. Der eine mag mehr
dazu neigen, im Traum „unmögliche Dinge“ (Kategorie „Aktion“) zu sehen. Die
Träume dieser Menschen sind oft außerordentlich bizarr und phantasievoll, es
können dabei tiefe Emotionen auftreten (z. B. bei Flugträumen).
Andere Menschen
träumen besonders häufig von bereits verstorbenen Angehörigen (Kategorie
„Kontext“) oder begegnen Prominenten, die sie im normalen Leben nicht
persönlich zu Gesicht bekommen würden. Es müssen ja nicht gleich Königin
Elizabeth, Ronald Reagan oder Michail Gorbatschow sein.
Wenn Sie eine Anzahl
Ihrer eigenen Träume nach diesen Gesichtspunkten
durchforsten, werden Sie schnell feststellen, welche Symbolkategorie bei Ihnen
besonders häufig auftritt. Das zu wissen ist sehr wertvoll, denn es ist ja
erfolgversprechender, sich auf solche Symbole zu konzentrieren, die bei Ihnen
relativ häufig auftreten.
Am leichtesten haben
Sie es zweifellos, wenn Sie sich wiederholende Träume gleichen Inhalts haben,
wie es bei vielen Menschen der Fall ist. Wenn auch Sie so einen typischen Traum
haben, der sich mit schöner Regelmäßigkeit alle paar Wochen oder Monate
wiederholt, dann brauchen Sie sich nur immer wieder während des Tages oder kurz
vor dem Einschlafen innerlich vorzusagen: „Wenn ich diesen Traum das nächste
Mal habe, werde ich mich sofort daran erinnern, dass ich träume.“
Damit haben Sie sich
eine sehr wirkungsvolle Autosuggestion erteilt. Genau genommen, ist es sogar
etwas, was der Fachmann als posthypnotische Suggestion bezeichnet. Indem Sie sich
an den wiederkehrenden Traum erinnern, entfernen Sie
sich ein wenig aus der Tagesrealität und gehen in einen leicht veränderten
Bewusstseinszustand, in dem Ihnen möglicherweise die Traumbilder ganz plastisch vor
dem inneren Auge wieder entstehen. In diesem Moment erteilen Sie sich die oben
aufgeführte Suggestion, und zwar genau wortwörtlich so, wie sie da steht! (Wir
haben uns schon bei der Formulierung jedes Wortes etwas gedacht.)
Auf diese Weise
verknüpft das Unbewusste die Traumbilder mit der verbalen Suggestion, und zwar
um so stärker, je häufiger Sie diese einfache Übung wiederholen. Sobald Sie
dann tatsächlich einmal wieder diesen Traum haben, sind die Chancen
sehr gut, dass das Unbewusste auch dann diese Bilder wieder mit Ihrer
Suggestion assoziiert und sie Ihnen ins Gedächtnis zurück ruft. Ihr Klartraum kann beginnen.
Für uns andere, die
wir nicht solche „Wiederholer“ sind, geht die elementare Übung, den
Klartraumzustand zu erreichen, im Prinzip nicht viel anders. Es geht darum,
Traumsymbole zu erkennen. Die
Schwierigkeit im Vergleich zum Wiederholungstraum liegt nur darin, dass wir
jetzt nicht wissen, welche Traumsymbole wir erkennen sollen.
Daher müssen wir uns
darauf trainieren, diese Traumsymbole zu erkennen, welche auch
immer es sind und wo auch immer wir ihnen begegnen mögen. Das ist nicht ganz
leicht, denn wie wir alle aus Erfahrung wissen, sind unsere Träume voll mit solchen Symbolen,
doch unser Unterbewusstsein geht in der Regel völlig
kritiklos darüber hinweg.
Der Frankfurter
Psychologe Paul Tholey, selbst spontaner Klarträumer und Begründer der deutschen
Klartraumforschung, entwickelte eine sehr einfache Technik, die er das „Stellen
der kritischen Frage“ nannte.
Tholey war erstmals auf dieses
interessante Thema gestoßen, als er als junger Student eines Nachts träumte,
von einem Tiger verfolgt zu werden. In blanker Panik rannte
er davon, bis ihm plötzlich klar wurde, dass es in Deutschland keine Tiger gibt
und er daher träumen müsse. Mutig, wie er nun einmal war, blieb er stehen und
stellte sich dem Tiger. Es war tatsächlich ein Traum – glücklicherweise – nicht
nur für ihn selbst, sondern für uns alle, denn sonst hätte die Nachwelt nichts
von all den interessanten Dingen erfahren können, die Paul Tholey von nun an in
seinem Leben noch erforschen sollte.
Interessant war schon,
was er aus diesem Klartraum machte. Anstatt vielleicht
auf den Tiger zu schießen oder ihn mit einem Knüppel zu erschlagen, wie es so
manch einer von uns vielleicht tun würde, ging Tholey logisch, um nicht zu sagen:
psycho-logisch vor: er hatte den Klartraumzustand erreicht, weil ihm klar
geworden war, dass ihn hier in Deutschland unmöglich ein Tiger verfolgen
konnte. Also war das, was da vor ihm stand, auch kein Tiger! Konsequenterweise
stellte er an die Tigergestalt die Frage: „Wer bist du, und was willst du von
mir?“
In dieser Sekunde
verwandelte sich der Tiger in Paul Tholeys verstorbenen Vater. Der
Klartraum bot eine ausgezeichnete
Möglichkeit, damit sich Vater und Sohn aussprechen konnten, was ja im realen
Leben nicht mehr möglich war.
Paul Tholey zog aus diesem Traum die Konsequenz, das
Klarträumen zunächst für sich selbst systematisch zu erlernen. Seiner Ansicht
nach war dazu nur nötig, das Bewusstsein darauf zu trainieren, jede
ungewöhnliche Situation im Tageserleben kritisch zu hinterfragen, in der
Hoffnung, dass dies eines Tages zur Gewohnheit wird und dann auch im Traum vom
Unterbewusstsein angewendet wird.
Die kritische Frage lautet zunächst ganz
banal:
|
„Wach‘ ich oder träum‘ ich?“ |
Gewöhnen Sie sich
also daran, sich diese Frage regelmäßig mehrmals täglich zu stellen, und zwar in
unterschiedlichen Situationen, zu Hause, beim Spaziergang oder Einkauf, am
Arbeitsplatz usw. Alle diese Umgebungen können Ihnen schließlich auch im Traum begegnen.
Stellen Sie sich vor
allem dann die kritische Frage, wenn Ihnen im Leben etwas Unvorhergesehenes, Ungewöhnliches etc.
begegnet.
Mit dem bloßen
Stellen der Frage ist es allerdings nicht getan, denn nun müssen Sie sich
selbst die Frage beantworten, ob Sie wach sind oder träumen.
Schauen Sie sich also
um, ob alles um Sie herum so ist, wie es sein soll. Stehen alle Möbel am
richtigen Platz und sehen aus wie immer? Sind alle Personen zur richtigen Zeit
am richtigen Ort, oder ist da vielleicht ein verstorbener Verwandter darunter
oder der Kaiser von Japan oder Boris Becker? Geschehen um Sie herum Dinge, die
eigentlich nicht möglich sein sollten?
Im Grunde sollten
Sie in der Lage sein, diese Prüfung unauffällig für andere Anwesende in jeder
Situation in wenigen Sekunden durchzuführen. In der Regel wird die Prüfung
negativ ausfallen, d. h. Sie werden zu dem Schluss kommen, dass Sie wach sind.
Ärgern Sie sich nicht, wenn Sie kurz danach in Ihrem Bett aufwachen. Es ist noch
kein Meister vom Himmel gefallen, und wenn Sie bemerken, dass Sie sich tatsächlich
einmal im Traum bereits die kritische
Frage gestellt haben, dann sind Sie schon fast am Ziel, selbst wenn Sie
dann auf irgend eine Täuschung hereingefallen sind.
Verlassen Sie sich
ruhig auf sich selbst. Sie haben sich schon so oft im Leben geirrt...
Seien Sie aber bitte
auch vorsichtig, wenn Sie zu dem umgekehrten Schluss kommen sollten, dass Sie
nämlich träumen. Viele Träumer sind fasziniert von der Möglichkeit, sich im
Klartraum über sämtliche
Naturgesetze hinwegzusetzen. Doch sollte man auch dann nicht alle
Vorsichtsmaßnahmen außer acht lassen.
Wir empfehlen daher
immer, in diesem kritischen Moment, wo man den Klartraumzustand erreicht zu
haben glaubt, diesen Zustand durch weitere unmögliche, aber ungefährliche
Aktionen zu untermauern, bevor man sich auf eventuell riskante Unternehmungen
einlässt. In unserem einleitenden Beispiel etwa hatte Patricia sich als erstes
gewünscht, die Verkäuferin im Laden möge sich in Hillary Clinton verwandeln.
Als das klappte, konnte sie sich noch sicherer sein, tatsächlich zu träumen.
Sie können dabei Ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Je
bizarrer die Versuche sind, die Sie unternehmen, desto besser. Springen Sie also
bitte nicht gleich vom Dach!
Es gibt heutzutage
eine ganze Reihe von Forschern, die sich mit der Technik des Klarträumens
beschäftigen, und jeder hat natürlich diese Technik auf seine Weise im Laufe
der Jahre verfeinert und erweitert, doch das ursprüngliche Prinzip, die
kritische Frage von Paul Tholey, ist als zentraler Bestandteil unverzichtbar geblieben.
Auf der Basis
unserer eigenen Forschungen haben wir ein kleines Hilfsmittel entwickelt, das
dieses Stellen der kritischen Frage standardisiert und
vereinfacht. Anstatt in irgendeiner Lebenssituation die Gegenstände der
Umgebung zu überprüfen (bei denen man sich nicht immer sicher sein kann, wie
sie „im Normalzustand“ aussehen müssten), überprüft man nur immer den gleichen
Gegenstand – die Dreamcard.
Unsere Dreamcard ist ein kleines Kärtchen
nach Art einer Scheckkarte, auf der die kritische Frage von Paul Tholey aufgedruckt ist. Wenn Sie
mit Hilfe der Dreamcard Klarträume üben wollen, so prüfen Sie
im Verlauf des Tages nicht irgendwelche Elemente Ihrer Umgebung, sondern
betrachten zunächst einmal nur Ihre Dreamcard, die absichtlich so klein und
handlich gehalten ist, dass Sie sie immer in Ihrer Brieftasche dabei haben
können.
Die Erfahrung zeigt,
dass in Träumen auch gedruckte Schrift sich als sehr flexibel erweist und zum
Beispiel dazu neigt, sich aufzulösen oder in anderen Text zu verwandeln. Prüfen
Sie also, ob auf Ihrer Dreamcard tatsächlich der Satz
„Wach‘ ich oder träum‘ ich?“ steht. Wenn nicht, dann träumen Sie vermutlich.
Wenn der Text aber
stimmt, dann drehen Sie die Karte um und prüfen Sie sie weiter von allen
Seiten. Ist die Rückseite leer (wie es sein sollte), oder steht dort
möglicherweise ein anderer Text oder ein Bild? Wenn nein, dann drehen Sie die
Karte nochmals um und prüfen, ob die richtige kritische Frage immer noch da steht.
Gerade beim Umdrehen einer bedruckten Karte neigt ein Text im Traum besonders stark zur
Auflösung. Denken Sie an Patricias Traum mit der verwandelten Kreditkarte.
Der Vorteil der
Dreamcard besteht darin, dass der
Anfang der Prüfung immer gleichartig ist, egal, wo Sie sich befinden. Sie
prüfen als erstes immer den gleichen Gegenstand. Das ist von großem Vorteil,
denn das Unterbewusstsein prägt sich stereotype
Wiederholungen am besten ein und kann sie schneller zur Gewohnheit werden
lassen.
Denken Sie aber
daran, dass Sie auch bei positivem Resultat weitere Prüfungen durchführen
sollten, um sich Ihres Bewusstseinszustandes wirklich sicher zu werden.
Einige Beispiele aus
unseren Klartraum-Intensiv-Trainingskursen sollen nicht nur beleuchten, welche
Fallstricke auch bei dieser Technik auf uns warten, sondern auch, wie viel Spaß
die Arbeit mit der Dreamcard machen kann.
Die 65jährige
Rentnerin Ursula träumte eines Nachts davon, in der Eisenbahn zu fahren. In
ihrem Abteil saß ihr gegenüber auf dem Sitz ein großer Schäferhund. Da ihr dies
merkwürdig vorkam, entschloss sie sich, ihre Dreamcard aus der Tasche zu holen,
um zu prüfen, ob sie nicht vielleicht träumte. Der Versuch scheiterte, da der
Hund nach ihrer Dreamcard schnappte und sie ihr entriss...
Sehr akribisch ging
auch die 40jährige Sekretärin Andrea vor. Sie träumte, in ihrem Bett zu erwachen. Ein solches
„falsches Erwachen“ ist bei Klartraumübungen übrigens sehr häufig, und wir werden
darauf noch zu sprechen kommen. Als sie aufstand, bemerkte sie, dass der Blick
aus ihrem Fenster nicht der gewohnten Aussicht entsprach. Sie vermutete, dass
dies ein Traum sein könnte. Sofort
erinnerte sie sich: „Grazyna und Franz haben gesagt, ich muss jetzt meine
Dreamcard prüfen. Verdammt, wo habe
ich die jetzt hingelegt?“
Sie können sich
vorstellen, wie der Traum weiterging. Andrea stellte
die ganze Wohnung auf den Kopf auf der Suche nach ihrer Dreamcard, wodurch natürlich am Ende ihr ganzer Klartraum zum Teufel ging. Wohl
jeder von uns hatte schon solche lähmenden Träume, wo man etwas sucht und nicht
finden kann.
Diese zwei lustigen
Beispiele zeigen uns zwei typische Muster der Klartraumverhinderung. Das eine
ist eine irgendwie geartete Autoritätsperson oder –gestalt, die das weitere
Eintreten in den Klartraum verhindert. In Ursulas
Traum war dies, fast
schulmäßig-archetypisch, ein Schäferhund, denn in der Psychologie werden solche
autoritären Traumsymbole auch als „Topdog“ („Oberhund“) bezeichnet, im Gegensatz zum unterwürfigen und
jammernden „Underdog“, der das entgegengesetzte Symbol darstellt. Beide müssen nicht unbedingt
die Gestalt von Hunden oder sonstigen bedrohlichen Tieren haben (wie zum
Beispiel der Tiger in Paul Tholeys Traum). Es kann sich auch
um Respektspersonen wie Polizisten, Richter, aber auch um den eigenen Vater
handeln. In Patricias Traum war die Verkäuferin der Topdog, die ihr sehr
autoritär zu verstehen gab, dass sie die Kreditkarte nicht akzeptierte.
Das zweite
Verhinderungsmotiv ist das Verfallen in eine Ersatzhandlung, die den Menschen
vom Hundertsten ins Tausendste führt, auf jeden Fall jedoch weg vom
Bewusstseinsfokus des Klartraums. In Patricias Fall war es der vergebliche
Versuch, den Rechnungsbetrag durch Münzen und kleine Geldscheine irgendwie
zusammenzukratzen. Ganz ähnlich erging es auch Paul Tholey einmal, als er sich nach
Erreichen des Klartraumzustandes von einem autoritären Kellner-Topdog zum Bezahlen der Rechnung
nötigen ließ. In diesem Fall konnte ihm der Kellner einen Geldschein nicht
wechseln und hielt ihn dadurch von seinen eigentlichen Traumzielen ab. Andrea
schließlich scheiterte an dem vergeblichen Versuch, ihre Dreamcard in ihrer Traum-Wohnung zu finden.
Warum existieren
solche Verhinderungsmotive, und wer ist für sie verantwortlich? Auch auf diese
Fragen werden wir noch eingehen müssen. Jeder angehende Klarträumer muss diese
Fallstricke kennen, damit er sich beim nächsten Traum nicht ins Bockshorn jagen
lässt.
Fangen Sie also am
besten gleich heute an, regelmäßig Ihre Realität zu überprüfen, ob alles
logisch und stimmig ist und so aussieht, wie es sein soll. Und wenn Sie dann
feststellen, dass Sie auf dem Bahnhof stehen, Bahnsteig Neundreiviertel, und
wenn Sie nicht zufällig Harry Potter heißen, dann können Sie einigermaßen
sicher sein, dass Sie träumen!
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Grazyna Fosar & Franz Bludorf Gut schlafen – klar träumen Omega-Verlag, Aachen 2002. ISBN 3-930243-26-1. Zum Buch gehört auch
Ihre persönliche „Dreamcard“. |
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