Sonning
Court - der Besitz von Uri Geller - befindet sich in dem Städtchen Sonning,
einem Vorort von London. Es fließt hier ein Bach, der in die Themse mündet. Er
bildet zwei kleine Wasserfälle und einen kleinen See - hier hat man über ihn
eine märchenhafte kleine Brücke gebaut. Skulpturen, reicher, schöner
Pflanzenwuchs, farbige Steine am Ufer und eine riesige Weide mit einer breiten
Krone bilden ein idyllisches Bild. Nachdem allerdings die Wände seines Hauses
mehrfach mit Graffiti beschmiert worden waren, mußte Geller den Schutz seines
Besitzes verstärken.

Abb. 1: Uri Geller vor seinem
Landsitz in der Nähe von London.
„Ich habe mich selbst neu erfunden“, sagt
Uri Geller.
Das
Innere seiner Residenz ist reich und originell dekoriert. Echte Gemälde von
Dali und Picasso. Im Salon Sessel aus Glas, die ein bekannter Designer
entworfen hat. Auf einem der Sessel sitzt die große Figur eines Tauchers.

Abb. 2
„Ich teile mein Leben in zwei Teile ein.”, sagt
Geller, „Zur Zeit zeige ich mich weniger in der Öffentlichkeit.
Hauptsächlich betreue ich kranke Kinder. Sie kommen zu mir aus der ganzen Welt.
Außerdem schreibe ich immer noch Bücher in den Bereichen Parapsychologie,
Science-Fiction oder ganz einfach Romane. Ich male, helfe jungen Malern und
Bildhauern, schreibe für meine festen Rubriken in den Londoner Zeitungen und
nehme an Fernsehprogrammen teil. Ein Teil dieser Programme sind sogar
Reality–TV.
Ich bin
glücklich. Aus dem Stadium des Geldsammelns bin ich schon hinausgewachsen. Ich
habe genug Geld.“
Für
viele ist Uri Geller eine geheimnisvolle Gestalt. Er selbst will, daß man ihn
als Mentalisten, also einen Menschen mit großen mentalen Fähigkeiten bezeichnet.
Auf jeden Fall sagt man über ihn, daß er eine charismatische und schillernde
Persönlichkeit hat.
„Am
Anfang meines Weges hat Golda Meir, die Premierministerin von Israel, für mich
eine unglaubliche Reklame gemacht. Ich habe sie Anfang der siebziger Jahre bei
einem Empfang bei Rechawam Zeew kennengelernt. Am nächsten Tag, auf die Frage
von Journalisten, wie sie die Zukunft Israels sieht, sagte sie: Fragt nicht
mich, fragt ihn, fragt Uri Geller. Noch am selben Tag fing in meinem Haus das
Telefon an zu klingen. Alle Journalisten wollten wissen, wer ich bin. Mein Name
stand in allen Zeitungen. Und so hat die ganze Geschichte angefangen.”
Sein
Auftreten in der High Society
Kaum
jemand weiß, daß Uri Geller ein Nachkomme von Sigmund Freud ist und daß in
seinem Ausweis auch der Name Freud steht. Uri Geller ist in Israel geboren, in
Tel-Aviv, am 20. Dezember 1946 um 2:30 (falls Astrologen es brauchen).
Als Uri
elf Jahre alt war, zog seine Familie nach Zypern um.
Sein
Familienhaus hat der MOSSAD damals als einen sicheren Punkt betrachtet. Oft
haben sich hier Agenten aufgehalten.

Abb. 3: Der junge Uri Geller 1970 bei einem seiner öffentlichen Auftritte
Der
kleine Uri, der schon in früher Kindheit entdeckte, daß er besondere
Fähigkeiten hat, nervte damals gerne seine Lehrerinnen. Er las ihre Gedanken
während der Klassenarbeiten. Uri wollte schon damals ein Agent werden und für
den MOSSAD arbeiten. Er wollte bei dieser Arbeit seine telepathischen
Fähigkeiten einsetzen. Joaw Shacham, der damalige Chef des MOSSAD auf Zypern,
sagte zu ihm: „Zuerst fahre nach Israel, gehe zur Armee, fange an bei den
Fallschirmspringern. Später, wenn du es noch immer willst, melde dich beim
MOSSAD, und du kannst ein Agent werden.“
Der
17jährige Uri befolgte diesen Rat, ging nach Israel und begann eine
Offiziersausbildung. „Eines Nachts bin ich während meines Dienstes bei
meiner Wache eingeschlafen. Am nächsten Tag hat mich Meir Pail rausgeworfen.
Ich hatte damals einen kleinen Motorroller der Marke Vespa, und mit ihm kam ich
nach Hause. Gebrochen fiel ich auf mein Bett. Der Lärm der Martinshörner weckte
mich auf. Im Radio sprach man über Krieg. Ich bin sofort zur Basis
zurückgekehrt, aber dort wußte man nicht, was man mit mir machen sollte. Ich
wurde doch entlassen. Letztendlich sagte man mir, ich sollte nach Jerusalem
fahren und mit mir acht weitere Soldaten.“
Geller
kam zusammen mit seinen Kameraden nach Nordjerusalem. Der Sechs-Tage-Krieg
(5.-10.6.1967) war ausgebrochen. Jordanische Flugzeuge hatten Israel attackiert.
Seine Kameraden fielen, einer nach dem anderen.
„Ich
sah, wie mein Kommandant getötet wurde. Plötzlich sprang von einem Felsen ein
jordanischer Soldat. Er schaute mich an und zielte mit seiner Waffe auf mich.
Ich schaute ihn an und zielte mit meinem Uzi. Wir haben geschwiegen. Ich
drückte den Abzug und tötete ihn. Meine Reaktion war sehr merkwürdig. Ich
sprang zu ihm und fing an, nach seiner Erkennungsmarke zu suchen. Ich wollte
wissen, wie er hieß...
Ich
habe nicht verstanden, was ich da getan hatte. Ich konnte nicht begreifen, daß
ich einen Menschen getötet hatte. Nach einer halben Stunde wurde ich an beiden
Armen verwundet. Dann habe ich noch in der Nähe meines Auges einen Splitter
abbekommen... ich wachte auf im Krankenhaus.
Erst
als ich dort im Bett lag, habe ich begriffen, daß ich einem anderen Menschen
das Leben genommen hatte.
Dieser
jordanische Soldat, der einzige Mensch, den ich in meinem ganzen Leben getötet
habe, ist jetzt für mich wie ein Bruder. Die ganze Zeit steckt er in meiner
Seele, und ich weiß, daß ich ihn eines Tages auf der anderen Seite treffen
werde.
Manchmal
habe ich in der Nacht Alpträume, in denen er vorkommt. Er kommt zu mir im
Traum, hält mir meine Uniform entgegen und fragt: ‘Warum hast du mich getötet ?
Warum gerade mich?’“
Nach
dem Sechs-Tage-Krieg arbeitete Uri Geller ein Jahr lang als Model. Eines Tages
hat er, ganz zum Spaß, nur mit der Kraft seiner Gedanken alle Schlüssel eines der
Fotografen verbogen. Der lud ihn dann nach Hause zu sich ein, damit er seine
Kräfte seinen Freunden zeigen konnte. So begann die Showkarriere von Uri
Geller. Nach den Fotografen kamen Rechtsanwälte, Richter, Generäle, Mitglieder
der Knesset - bis zu Golda Meir.
Uri
Geller ist mit Hanna verheiratet und Vater von zwei Kindern. Sein Sohn Daniel
ist Rechtsanwalt von Beruf, die Tochter Natalie arbeitet als Projektantin.
Vor einigen Jahren fand Uri Geller, daß es an der Zeit
wäre, eine echte religiöse Hochzeit zu feiern. Bis dahin lebten er und Hanna
nur nach einer zivilen Trauung zusammen. Die Hochzeitszeremonie zelebrierte
Shmuley Boteach, einer der wichtigsten Rabbiner in England. Trauzeuge war
Michael Jackson, ein langjähriger Freund der Familie Geller.
Hanna
hat sich inzwischen an die ungewöhnlichen Fähigkeiten ihres Mannes gewöhnt und
sagt, daß es nicht stimmt, daß er zu Hause den ganzen Tag lang Bestecke
verbiegt.
Meditation
in einer Pyramide
In den
letzten Jahren widmet sich Uri Geller vor
allem kranken Kindern, die er aus der ganzen Welt zu sich einlädt. In
der Mitte des Hofes hat er eine große Glaspyramide aufgestellt. Er hat diese
Pyramide selbst entworfen, der Theorie folgend, daß in ihrem Innern spezifische
Prozesse ablaufen.

Abb. 4: Die Glaspyramide in Uri Gellers Garten.
Die
Pyramide von Uri Geller ist groß und bequem. In ihr gibt es drei Computer,
mehrere Sofas und Spielecken, auch viele Spielzeuge.
„Aus
allen Ländern kommen zu mir Kinder.”, sagt er. „Ich bin kein
Heiler, aber ich glaube an eine positive Kraft der Meditation, des Gebetes und
der Phantasie. Ich spreche darüber mit den Kindern. Eine Pyramide ist ein
besonderer Platz in psychologischem Sinne. Die ganze Ausstattung der Pyramide
hat Mohammed Al Fayed für die Kinder gespendet.”
Häufig
wird Uri Geller auf seine Freundschaft mit Michael Jackson angesprochen.

Abb. 5: Michael Jackson war Uri Gellers Trauzeuge.
„Er hat
zur Zeit ernsthafte Probleme, aber ich glaube nicht, daß er etwas Schlechtes
getan hat. Vor zwei Jahren habe ich einen Fehler gemacht, als ich Martin Bashir
zu Michael geschickt hatte. Er ist ein Kameramann, der mir versprochen hatte,
einen positiven Film über Michael zu drehen. Ich habe ihm geglaubt, aber er hat
uns ein Messer in den Rücken gestochen. Sein Film zeigte Michael in einem
schlechten Licht. Michael war sauer auf mich. Aber unsere gemeinsame Beziehung
ist gut“.
„Aus
meinem Körper geht eine Energie”
Über
seine Fähigkeiten erzählt Uri Geller: „Das ist richtige Telepathie und
Gedankenlesen, das ist kein Trick oder eine Illusion. Noch immer gebe ich
Vorstellungen und zeige den Menschen das Biegen von Löffeln und das Lesen der
Gedanken. Wenn ich müde bin, klappt es oft nicht. Eines Tages hatte ich in
Japan eine Vorstellung. 40 Millionen Menschen haben vor den Fernsehern
gesessen. Ich habe versucht, einen Löffel zu biegen. Es hat nicht funktioniert.
Ich habe mich entschuldigt. Es war mir peinlich. Aber sie haben mir geglaubt,
daß ich die Wahrheit sagte, gerade weil diese Demonstrationen nicht immer
funktionieren. Wenn ich eine telepathische Übertragung sende oder mich auf
einen Löffel konzentriere, fühle ich, wie von meinem Körper eine Energie
ausgeht.“

Abb. 6
Einen
Tag vor Beginn der Showserie „The Next Uri Geller“ war er im Fernsehstudio bei
Stefan Raab zu Gast. Auch an diesem Abend haben seine Fähigkeiten vor der
Kamera nicht funktioniert. Allerdings wurde man den Eindruck nicht los, daß er
nicht wollte, daß sie funktionieren.
Begegnung
mit Richard Feynman
Der
weltbekannte Physiker Richard Feynman, der Uri Geller kennengelernt und ihn
auch während seiner Vorstellungen beobachtet hat, gab den folgenden Kommentar
ab: „Ich bin klug genug, um zu wissen, daß ich dumm bin. Eine Arbeit, die
ein guter Illusionist machen kann, soll uns nicht sofort zu einer
Schlußfolgerung führen, daß wir es hier nicht mit einem realen Ereignis zu tun
haben.“
Geller
jedoch sieht nicht so aus, als ob er von seinen Gegnern gehetzt würde. Er wirkt
ruhig und überzeugt von der Richtigkeit dessen, was er tut.
Bindung
an den Kosmos
Auf dem
Hof seines Landsitzes befinden sich einige Skulpturen, ein Stein aus der
Chinesischen Mauer und ein Baum, der mehr als 100.000 Jahre alt ist.
„Vor kurzem ist ein Ehepaar mit einem Mädchen gekommen,
das im Koma lag. Sie haben das Mädchen in die Pyramide gebracht, gestern war
dort ein blinder Junge aus Spanien. Ich nehme alle diese Kinder ohne Geld, ich
würde niemals denken, daß man Geld von kranken Kindern nehmen kann. Ich meine,
daß, wenn es auf der Welt wahre Heiler gibt, sie niemals Geld nehmen sollen.
Immer sage ich den Kindern, daß sie stark sein sollen, an sich glauben und an
der Konzentration der Gedanken arbeiten sollen. Mit
kranken Kindern treffe ich mich schon seit 30 Jahren. Alles begann damit, daß
ich einmal eine Gruppe von Kindern auf die Bühne eingeladen hatte bei einer
Vorstellung. Nach der Vorstellung kamen sie zu meiner Garderobe. Dann fingen
die Eltern an mich anzurufen und haben erzählt, daß der Kontakt mit mir den
Kindern geholfen hätte. Unter diesen Kindern waren auch solche, denen die Ärzte
schon nicht mehr lange zu leben gegeben haben. Aber sie leben. In Wahrheit ist
jedes Kind in der Lage, das positive Denken bei sich zu aktivieren. Und wenn es
ihm gelingt, an sich zu glauben, ist so ein Kind in einer viel besseren
Situation als eines, das nicht glaubt, daß es gesund werden kann.
Ich
habe nach Öl und nach Gold gesucht. Damit machte ich mein Glück. Nicht mit dem
Biegen von Löffeln. Und jetzt sind für mich die kranken Kinder am wichtigsten.
Immer
empfehle ich auch den Kindern und deren Eltern den Glauben an die Medizin, sie
haben doch ihre Gesundheit als das Ziel vor Augen. Ich betone sehr, daß sie auf
die Ärzte hören sollen. In meinem Haus gibt es viel Freude und eine sehr
positive Atmosphäre. Die Kinder mögen es, hierher zu kommen. Ich lade nur die
ein, die krank sind. Ich zeige den Kindern, wenn ich dem Löffel sagen kann
‘Biege dich’, und er tut es, daß auch sie alle sich sagen können ‘Werde
gesund’, und es wird geschehen.“
Big Ben
Schon
in der Kindheit zeigte Uri Geller paranormale Fähigkeiten. Wenn er z.B. Suppe
aß, bogen sich die Löffel, und die Suppe landete zurück auf dem Teller.

Abb. 7 und 8: Uri Geller mit seiner Mutter Margaret.
Sie starb 2005 im Alter von 92 Jahren.
Die
Erfahrungen Uri Gellers mit der Entdeckung seiner Fähigkeiten sind in dem Buch „A
Journal of the Mystery of Uri Geller“ von dem Arzt A. Puharich vorgestellt
worden. Er hat Uri im Jahre 1971 kennengelernt. Uri Geller erzählt in diesem
Buch, daß er als kleines Kind im Garten ein leuchtendes Objekt gesehen hat, das
aus der Richtung vom Himmel kam. Dann sah er den Schatten einer großen Gestalt,
die in seine Richtung mit einem hellen, blendenden Licht „geschossen“ hat.
Dieses Ereignis hatte zur Folge, daß er sofort einschlief. Danach entdeckte er,
daß er ungewöhnliche Kräfte besaß.
Nach
England kam Uri Geller in den siebziger Jahren. Er war damals 30 Jahre alt und
hatte im britischen Fernsehen seinen ersten Auftritt. 30 Millionen Zuschauer
haben dieses Programm gesehen.
Vor ca.
15 Jahren, als Geller mit einem Taxi in London unterwegs war, hat ihn der
Taxifahrer gefragt, ob er die Zeiger von Big Ben um eine Stunde vorwärts
bewegen könne. Sie verabredeten, daß das Taxi möglichst sehr nahe an der Uhr
vorbeifahren sollte, damit er es ausprobieren konnte. Uri Geller konzentrierte
sich, aber es geschah nichts.
Er hat
es dann noch einmal versucht, und die Uhr blieb plötzlich stehen.
Bald
bekam Uri Geller von der Stadtverwaltung einen Brief, in dem stand: „Lieber
Herr Geller, wenn Sie das noch mal machen, werden wir Sie aus England
ausweisen. ...“
In den
siebziger Jahren wurden an der Universität Stanford mehrere Tests durchgeführt.
Ziel war die Überprüfung und Untersuchung der paranormalen Fähigkeiten von Uri
Geller. Er hat in Anwesenheit von Wissenschaftlern Löffel verbogen und ihre
Gedanken gelesen. Die Ergebnisse dieser Experimente, die die Forscher ins
Staunen brachten, wurden in „Nature“ publiziert.
In den
letzten Jahren lehnt Uri Geller seine Teilnahme an derartigen Untersuchungen
ab. Er ist der Meinung, daß der Streß, den er bei solchen Experimenten erleiden
muß, schlecht auf ihn wirkt. Außerdem hat er es nicht mehr nötig, sich selbst
etwas zu beweisen, er weiß, was er kann.
***
Bearbeitung und Übersetzung: Grazyna Fosar
Quellen:
Interview von Eti Elboim mit
Uri Geller für die Zeitschrift „Makor Riszon”.
„Nieznany Świat” Nr. 3/2005. Übersetzung
und Überarbeitung: Agnieszka Ewa Woźniak.
Alle Fotos: © Uri Geller